Eine Gefahr für die Leser

Satire zum Thema Neid

von  NormanM.

Der Tag hatte so gut angefangen, den ganzen Tag über war Walter Wachsam gut gelaunt Das änderte sich jedoch schlagartig, als er im Internet auf seiner Stammautorenplattform stöberte. Dieser Thomas Schreiber hatte wieder einen neuen Text gepostet. Lernte der eigentlich nicht, dass er nur Müll schrieb, den keiner lesen wollte? Dieser Typ ging ihm gehörig auf die Nerven, was ihn am meisten aufregte war, dass dieser Möchte-gern-Autor seinen Schwachsinn noch als Texte bezeichnete.
Er bekam die Wut, jedes Mal regte er sich aufs Neue über den Mist auf, den er zu lesen bekam. Wie oft hatte er ihm schon durch seine Kommentare klar zu machen versucht, dass seine Texte einfach scheiße sind. Unter den verschiedensten Pseudonymen, manchmal auch ohne Namen nahm er seine Texte auseinander und gab ihm jedes Mal nur einen Punkt dafür.

Und siehe da, wieder so ein Müll, den dieser Typ geschrieben hatte. Vor Wut haute er kräftig auf den Tisch. Das tat weh. Jetzt gab es erst mal einen saftigen Kommentar und wie immer nur einen Punkt. Er hätte sich nicht ganz so doll aufgeregt, wenn in der Überschrift nicht noch ein Rechtschreibfehler enthalten wäre.
Irgendwie verdarb ihm das den ganzen Tag. Heute Abend stand eigentlich Party an, aber er war inzwischen so mies drauf, dass er schon keine Lust mehr dazu hatte.
Er rief seine Freundin an, um abzusagen.
„Was ist denn los mit dir?“, fragte sie, da sie merkte, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.
„Ich bin nicht so gut drauf“, antwortete er gereizt.
„Wieso denn? Was ist denn passiert?“
„ICH HABE EINFACH EINE SCHEIß LAUNE, ICH MÖCHTE EINFACH ALLEIN SEIN, OKAY?“, brüllte er ungehalten und knallte das Telefon gegen die Wand.

Am nächsten Tag hatte dieser Idiot schon wieder etwas Neues gepostet. VERFLUCHT! Wieso begriff er nicht, dass er nicht schreiben konnte und schrieb trotzdem immer weiter.
Laut schrie er auf und trat gegen die Wand. Kurz darauf klingelten seine Nachbarn und fragten, ob alles in Ordnung sei.
„Nein, nichts ist in Ordnung“, sagte er nur und knallte ihnen die Tür direkt vor der Nase zu.

Thomas Schreiber störte sich nicht groß an den Kommentaren von Walter Wachsam. Dass er von ihm immer nur einen Punkt bekam, störte ihn nicht. Schreiben bedeutete ihm sehr viel, und davon würde ihn keiner abbringen. Alles, was ihn bewegte brachte er zu Papier und veröffentlichte es. Schließlich war dieser Walter Wachsam ja nicht gezwungen, seine Texte zu lesen. Zu derselben Zeit, als er von ihm einen Kommentar bekam, postete er eine neue Story.

Zwei Tage lang las Walter keine Story von Thomas. Dem hatte er es wohl gezeigt, wurde auch langsam mal Zeit. Das musste erst einmal groß gefeiert werden. Er besorgte sich eine Flasche Champagner für 50 Euro und stieß mit sich selbst an. Seine Laune war schon wieder viel besser, doch leider musste er feststellen, dass er sich zu früh gefreut hatte.
Am dritten Tag erwartete ihn abends eine böse Überraschung. Thomas hatte doch in den zwei Tagen jeweils einen Text gepostet, aus technischen Gründen wurden die beiden Texte jedoch erst an diesem Tag ins Netz gestellt. Und für diesen Tag hatte er natürlich auch eine Story geschrieben, so dass insgesamt drei neue Stories von ihm online waren.
Walter konnte es nicht glauben. Das war zu viel für ihn. Er rastete aus. Wie ein verrückter trommelte er auf den Schreibtisch, bis er in die Brüche ging. Knallrot war er im Gesicht vor Wut. Wie von der Tarantel gestochen rannte er durchs Zimmer, stampfte immer wieder auf und fluchte. Plötzlich bekam er keine Luft mehr.
Die Nachbarn, die den Lärm natürlich mitbekamen alarmierten die Polizei, da er auf ihr Klingeln gar nicht reagierte. Als die Polizei eintraf und die Tür aufbrechen musste, fand sie ihn auf dem Boden liegend vor, wie er um Luft röchelte.
„Er hat einen Herzinfarkt, los ruft einen Krankenwagen“, rief der Polizist seinem Kollegen zu.

Es war Rettung in letzter Sekunde. Die Autorenplattform, die später von seinem Herzinfarkt erfuhr, sperrte Thomas schließlich, da er eine Gefahr für die Leser darstellte. Außerdem erhob die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage. Heute wird das Urteil erwartet.

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Kommentare zu diesem Text


 Omnahmashivaya (09.01.08)
Hehehe, eines meiner Lieblingstexte... Hrhr - ya know why :)))
Lg sabine

 NormanM. meinte dazu am 09.01.08:
Yes, I know
zackenbarsch† (74)
(09.01.08)
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 NormanM. antwortete darauf am 09.01.08:
Hallo Friedhelm, nichts zu danken, ich habe zu danken fürs Lesen.

Lg Norman
chichi† (80)
(09.01.08)
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 NormanM. schrieb daraufhin am 09.01.08:
Vielen dank:) Lg Norman
seelenliebe (52)
(09.01.08)
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 NormanM. äußerte darauf am 10.01.08:
Hallo Anne,

vielen dank für den kommentar, ich freu mich, dass die geschichte dir gefällt.

Lg Norman
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