Nächtlicher Gesang

Gedicht zum Thema Mythisch

von  Georg Maria Wilke

Nächtlicher Weidengesang!
der Wind spielt Harfe
in deinem Geäst,
ein Raunen der alten Seele
den babylonischen Turm verläßt,
der niemals den wolkenlosen
Himmel erreichte,
weil Götter keine Sprache sprechen -
der Westwind trieb den Morgenstern
auf dunkle, fremde Wege,
die nie ein Wanderer betrat;
lausche auf die Stimme,
die den Abendstern
vor Zwietracht schützt,
der Pfad der Weisen,
das Orakel schwieg,
war längst verloren
für die neue Zeit
und das Moos der Rinde
grünte auf hölzernem Kleid,
als Augenpaar im Augenblick verloren
und jener Halbgott,
den die Götter auserkoren,
zwölf Kreise fielen tief hinab,
das Kleid des Mißtrauens
wurde sein Feuergrab.
Die stummen Lippen
beweinten des Helden Tat.

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Kommentare zu diesem Text


 Sanchina (07.12.10)
Hallo Georg Maria, dein Nächtlicher Gesang gefällt mir sehr! Fast alle deine Texte wirken auf mich so, dass mir erst mal nichts dazu einfällt, und am nächsten Tag erinnere ich dann eine Zeile, meistens den Schluß. Also - vielleicht morgen mehr Kommentar dazu ...
Gruß, Barbara
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