Realität oder Traum

Kurzgeschichte zum Thema Alltag

von  Manzanita

Dies ist der Text, den ich für Deutsch geschrieben habe:

„Hast du schon alle Malfolgen von der hundert bis zur tausend auswending gelernt?“
„Ja, aber meine Mama hat gesagt das es eigentlich nicht nötig ist. Warum muss ich es wissen, Herr Stein?“
„Anton, Anton, Anton. Du weißt doch, dass es frech ist, immer das letzte Wort zu haben. Hat dir das nicht deine Mutter beigebracht?“
„Entschuldigung.“
„Also, jetzt werdet ihr einem Mitschüler alle Malfolgen von der zweihundert bis zur dreihundertneunundvierzig aufsagen, los!
„Willst du es mit mir machen, Georg?“
„Was machst du da, Hauke?“
„Ich wollte es nur mit Georg machen.“
„Wieso denn das? Ihr sollt es doch mit eurem Nachbarn machen, hast du das vergessen?
„Okay. Max, du fängst an.“
„Okay Hauke, dann frag mich bitte ab.“
„Bitte die Malfolge der zweihundertsechsundsiebzig.
„Neunhundertvierunddreißig, tausendvierhundertzehn, eintausendachthundertsechsundachtzig, zweitausenddreihundertzweiundsechzig, zweitausendachthundertachtunddreißig, dreitausenddreihundertvierzehn, dreitausendsiebenhundertneunzig, viertausendzweihundertsechzig, viertausendsiebenhundertzweiundvierzig, fünftausendzweihundertachzehn.“
„Irgendetwas hast du falsch gemacht. Vierhundertsechsundsiebzig mal zehn kann nicht  fünftausendzweihundertachzehn sein. Aber das ist kein Problem, ich habe auch keine dieser Malfolgen auswendig gelernt.“
„Und jetzt fragt der ab, der gerade die Malfolgen aufgesagt hat.“
„Okay.“
„Die Malfolge der zweihundert, bitte.“
„Die ist aber schwer, ich weiß nicht, ob ich die kann. Naja, ich glaube es ist zweihundert, vierhundert, sechshundert…
„Jetzt setzt euch bitte wieder zurück auf eure Plätze und macht, was ich euch sage.“
„Welche Seite?“
„Keine.“
„Die Malfolge der zweihundertneunundsiebzig.“
„Was ist mit ihr?“
„Hast du sie schon fertig geschrieben, Albert?“
„Nein.“
„Warum schreibst du denn nicht?“
„Weil ich nicht wusste, dass wir sie schreiben müssen.“
„Und warum nicht?“
„Weil Sie es nicht gesagt haben, Herr Stein.“
„Habe ich mich etwa nicht klar ausgedrückt?“
„Entschuldigung, Herr Stein.“
„Setze dich bitte neben Anton.“
„Nein, bitte nicht!“
„Warum nicht?“
„Ich mag nicht neben Anton zu sitzen.“
„Das ist sehr unfreundlich. Muss ich etwa deine Eltern ersetzen? Die sollten dich mal besser erziehen.“
Was soll ich denn jetzt schreiben? Ich habe ja keine der Malfolgen auswendig gelernt. Ich schreib einfach irgendetwas auf. Irgendwelche Zahlen, dann merkt er es nicht. Außer natürlich, wenn er die Hefte korrigiert. Das ist kein guter Gedanke…

Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (21.10.18)
Nun ja, Notenabzug gibt es für:
"Dies ist der Text, den ich für Deutsch geschrieben habe"
->
"Dies ist der Text, den ich auf Deutsch geschrieben habe"

„Ja, aber meine Mama hat gesagt das es eigentlich nicht nötig ist."
->
„Ja, aber meine Mama hat gesagt, dass es eigentlich nicht nötig ist."

„Bitte die Malfolge der zweihundertsechsundsiebzig.
-> Anführungszeichen fehlt.

Ansonsten recht flott und unterhaltsam geschriebener Dialog, was ja nicht ganz einfach ist.
Graeculus (69) meinte dazu am 21.10.18:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (69)
(21.10.18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Wvs (21.02.19)
Ich hab Deine Texte zur Schule gelesen und kommentiere sie einfach zusammen.
Die Geschichten lassen sich flott lesen. Die Erwähnung von Begebenheiten, wegen derer ich "Leser" schmunzeln muss und die ich nachempfinden kann, vermitteln mir Spaß an der Lektüre.

Noch eine Bemerkung zu manch anderen Kommentatoren.
Der Verweis auf orthographische und grammatikalische Fehler sollte nicht dazu dienen, die eigenen Fähigkeiten zu präsentieren. Um dem Autor zu helfen, reicht es, die Hinweise im "privaten Kommentar" zu senden.

 Manzanita antwortete darauf am 25.02.19:
Danke Wvs!!!
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