Abraxas

Essay zum Thema Mensch und Tier

von  Regina

Obwohl sie weder säen noch ernten, sind sie, die sich anstelle von Armen Flügel haben wachsen lassen, ständig auf Nahrungssuche. Als neue Gäste in der Stadt gesellen sich Krähen zu Spatzen und Tauben. Anders als diese können sie neben fliegen und gehen auch noch hüpfen und leben in einer festen Ehe. Nur eine tote Krähe vermag den Krähenmann zur Untreue zu animieren. Die Nekrophilie zeigt sich auch bei der Ernährung. Krähen fressen neben Samen und Nüssen auch Aas. Neuerdings durchwühlen sie Abfalleimer und Müllhalden. Sie gehören wie  Rabe, Eichelhäher und Elster zu den Rabenvögeln.
Im Märchen sitzt Abraxas auf der Schulter der Hexe, um sie zu beraten. Ob die Magierin seine Krächzlaute versteht oder das schlaue Tier die Menschensprache erlernt hat, bleibt offen. In wissenschaftlichen Versuchen zeigt diese Vogelart technisches Verständnis und Gedächtnisleistungen. Ein Mädchen, das Krähen mit Nüssen fütterte, soll von ihnen mit Metallteilen beschenkt worden sein.
Es ist der Mensch, der diese Vögel aus ihren natürlichen Lebensräumen vertreibt. Die Landwirtschaft vernichtet Hecken, Wäldchen und solitäre Bäume, damit die maschinelle Bodenbearbeitung auf keine Hindernisse trifft. Die Krähe findet keinen  anderen  Ausweg als in die Stadt zu fliehen.

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Kommentare zu diesem Text

Sätzer (77)
(09.10.20)
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 Regina meinte dazu am 10.10.20:
So ist es.
managarm (57)
(09.10.20)
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 Regina antwortete darauf am 10.10.20:
Schöne Geschichte. Sie entwickeln Dankbarkeit.

Antwort geändert am 10.10.2020 um 00:42 Uhr
managarm (57) schrieb daraufhin am 10.10.20:
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 EkkehartMittelberg (09.10.20)
hallo Gina, das habe ich mit großem Interesse gelesen. Schön, dass du dein Sachwissen über Krähen mit literarischem Wissen ergänzen konntest.
LG
Ekki

 Regina äußerte darauf am 10.10.20:
Danke für dein Interesse.
Nimmer (45)
(09.10.20)
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 Ralf_Renkking ergänzte dazu am 09.10.20:
Quelle?

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Möglicherweise Rabenattrappen.
Nimmer (45) meinte dazu am 10.10.20:
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 Ralf_Renkking meinte dazu am 10.10.20:
Klar, allerdings habe ich nichts darüber gefunden und ohne Herkunftsbeleg klingt das arg nach Verschwörungstheorie.

 Graeculus (09.10.20)
Man muß das nicht (bewertend) als Vertreibung oder Flucht beschreiben. Es ist vielleicht ein evolutionärer Prozeß. Inzwischen haben viele Tiere sich in den Städten niedergelassen, die für sie große Vorteile bieten: ein reichliches Futterangebot und keine Bejagung.
Nicht nur Krähen, sondern auch Wildschweine, Füchse, Waschbären und andere breiten sich in Städten aus.
Die m.W. ersten, die diesen Weg gegangen sind, waren die Elstern (sehr kluge Tiere): Als sie auf dem Land wieder geschossen werden durften, sind sie in die Städte gewechselt, wo man sie natürlich nicht schießen darf. Das haben sie rasch begriffen, das war eine Sache von wenigen Jahren!

Für andere Tierarten, die sich nicht umstellen können, ist die Zerstörung des ländlichen Lebensraumes eine Katastrophe.

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Über Säugetiere kann ich nichts berichten. Aber diese Vögel sind klug.

 Dieter Wal (10.10.20)
"Im Märchen sitzt Abraxas auf der Schulter der Hexe, um sie zu beraten."

Es handelt sich um definitiv kein Märchen, sondern um den völlig zurecht weltberühmten Roman Otfried Preußlers "Die kleine Hexe", 1957.

 "Nach Angaben des Autors entstand die Erzählung von den Taten der kleinen Hexe nach eigenen Gute-Nacht-Geschichten, die er seinen drei Töchtern abendlich berichtete, um deren Angst vor bösen Hexen zu begegnen. Nachdem er sie dann auch in der Schule unter großem Anklang seiner Zuhörer erzählt hatte, begann er, diese aufzuschreiben."

So gesehen entstand der Roman von einem durchaus wissend-zauberkundigen Kinderbuchautor mit der Intention, Hexenfurcht und Kindern generell Angst zu nehmen, die ihnen Erwachsene durch ihre Traditionen und Erziehungsversuche machen und sie damit zu wahrem Menschentum und einem Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu führen.

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
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Wahrsagerin blickt durch ihre Kristallkugel, neben ihr ein Rabe
Rabenvögel

Raben in der Mythologie
Von Harald Brenner

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Das Verhältnis der Menschen zu Rabenvögeln ist zwiespältig. In der Antike wurden Raben als magische und göttliche Vögel verehrt. Doch im Mittelalter galten sie als Vorboten von Tod, Unheil und Pest.

Göttliche Rabenvögel
Galgenvögel
Rabenschwarzes Ansehen
Göttliche Rabenvögel
Der germanische Gott Odin (Wotan), Gott der Weisheit und der Schlachten, konnte sich gelegentlich in einen Raben verwandeln. Außerdem führte er immer "Munin" und "Kunin" (Hugin) mit sich: zwei Raben, die er jeden Tag ausschickte, um zu erfahren, was in der Welt Wichtiges geschah.

Da Odin ihr höchster Gott war, verehrten die Germanen die Raben als heilige Göttervögel. Im Vorfeld einer Schlacht galten der Flug und das Verhalten der Tiere als Omen für den Ausgang der kriegerischen Auseinandersetzung. Ein Glaube, der auch schon bei den Babyloniern und im antiken Griechenland eine wichtige Rolle spielte.

Historienbild: Germanische Seherin mit einem Raben, der neben einem Totenkopf sitztDen Germanen waren Raben heilig
Im alten Rom befragten die Auguren – ein sechzehnköpfiges Gremium römischer Beamter – das Vogelorakel, um zu erfahren, ob ein geplantes Handeln den Göttern genehm sei.

Je nachdem, aus welcher Richtung ein Rabe einen von den Auguren abgegrenzten Bereich durchflog, bedeutete das Unheil oder Segen. Kam er von links, war es ein schlechtes Zeichen, von rechts bedeutete eine günstige Konstellation. Flog gar ein Paar in den "Augural-Bezirk", galt dies als besonders positiv.

Herrscher und Heerführer ließen sich von Rabenvögeln weissagen, ob sie mit ihrem Handeln in die Katastrophe steuerten oder nicht. Schon Aristoteles vermutete, dass die Vögel nicht nur über Instinkt, sondern auch über eine feine Intelligenz verfügten und ihr Handeln danach ausrichteten.

Galgenvögel
Das schlechte Image von Rabenvögeln rührt vor allem von ihrer Neigung, Aas zu fressen. Dabei unterscheiden sie naturgemäß nicht zwischen Mensch und Tier. Nach einer Schlacht mit vielen Toten war der Tisch natürlich reich gedeckt.

Auch war es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich am Fleisch gehenkter Zeitgenossen gütlich taten, was ihnen das geflügelte Wort vom "Galgenvogel" eingetragen hat.

Mit dem Aufkommen des Christentums und dem Rückgang der Naturreligionen veränderte sich das Ansehen der Vögel stark. Das Auftauchen großer Schwärme galt bald als Vorbote von Tod, Unheil und Pestilenz.

Die Welt der Tiere wurde in zwei Gruppen eingeteilt: In die Kreaturen, die dem Menschen nützlich waren, und jene, die ihm schadeten. Schnell zählten Rabenvögel zu den Schädlingen.

Im Mittelalter galten sie als Begleiter von Hexen. Der Aberglaube war so stark, dass eine Frau schon als Hexe verteufelt wurde, wenn ihr eine Krähe zu nahe gekommen war. Noch schlimmer traf es die Elster, die gar selbst als verwandelte Hexe angesehen wurde. Zur Abwehr von Unheil wurde es Brauch, tote Elstern oder Krähen an die Haustür zu nageln.

Rabenschwarzes Ansehen
Vieles, was den Rabenvögeln in unserer heutigen Kultur sprichwörtlich anhaftet, hält sich hartnäckig in der Volksmeinung. Die meisten dieser Eigenschaften sind jedoch angedichtet und entbehren jeglicher biologischen Grundlage.

Der Begriff "Rabeneltern" zum Beispiel fußt auf einer Vorstellung aus dem Altertum, Raben würden ihre Jungen verhungern lassen und sie sogar aus dem Nest werfen. Das Gegenteil ist der Fall. Rabeneltern sind besonders fürsorglich, sie füttern ihren Nachwuchs auch noch, wenn dieser längst flügge geworden ist.

Gerne sprechen wir von einem "rabenschwarzen Tag", wenn alles schiefgegangen ist. Dieser Gedanke rührt wohl noch aus der biblischen Legende, Raben hätten nur deshalb keine Farben in ihrem Gefieder, weil ihnen ein sündhaftes Wesen eigen sei, sie extrem unzuverlässig und deshalb vom Archenbauer Noah verflucht worden seien. Seither müssten sie zur Strafe Schwarz tragen.

Die Palette der Negativbilder reicht vom Kinderlied "Hoppe Hoppe Reiter" ("...fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben") bis zum "Unglücksraben".

Ganz anders das Bild bei den nordwestamerikanischen Indianerstämmen. Dort genießen Raben bis heute hohes Ansehen und Prestige. Sie gelten als gottgleiche Gestalten, die den Lebensraum Erde für Mensch und Tier erschlossen hätten. Den übernatürlichen Kräften der Raben sei es zu verdanken, dass Berge, Flüsse und Seen ihren Platz gefunden hätten. Die Tiere sollen sogar Sonne, Mond und Sterne ans Firmament gehängt haben.

SENDUNGEin Star sitzt auf der Stange eines NistkastensAmsel, Drossel, Fink und Star – Wo sind unsere Vögel hin? | mehrGeschnitzter Vogel aus Holz.Ausgezwitschert – Wo sind unsere Vögel hin? | mehrWEITERFÜHRENDE INFOSZeichnung: Germanen verschiedener StämmeGermanen | mehrSchwarzweiß-Gemälde einer Hexenverbrennung. Eine Hexe in weißem Gewand und mit entblößter Brust steht auf einem Scheiterhaufen. Davor ein paar alte Frauen in schwarzen Gewändern. Andere Menschen schauen aus dem Hintergrund zu.Hexenverfolgung | mehrEine Krähe mit einer Nussschale im SchnabelRabeneltern | mehrPorträtfoto eines Indianer-Häuptlings mit Federschmuck.Nordamerikanische Indianer | mehr
Stand: 25.03.2020, 17:10

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 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Hier also was über die Raben, uralte Bildrr, Auch in "Hänsel und Gretel" wird die Hexe in Illustrationen als Rabenbesitzerin dargestellt. Preußler hat die alte Vorstellung übernommen, nicht ausgedacht.
Derselbe Autor lässt in "Krabat" Zauberlehrlinge in Raben verwandeln.
Natürlich auch dieses Buch für die Macht der Liebe, Erlösung, Freih eit, Demokratie usw. geschrieben. Die Hexe mit dem Raben aber einzig und allein mit der "kleinen Hexe" Preußlers zu verbinden, greift zu kurz.

 Ralf_Renkking meinte dazu am 10.10.20:
Interessanter Kommentarstrang, wobei Dein Rekomm, Regina, die die Behauptung Dieters auf den ersten Blick keinesfalls widerlegt, ein Verweis auf Märchen fand ich ebenfalls nicht, ich bin sogar davon überzeugt, dass Preußler den Namen des Raben nach einem Kurzgedicht in Hermann Hesses "Demian" adaptiert hat, dort wird ein Vogel als Mittler für Abraxas, bzw. Gott eingesetzt.

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Auszug aus Wikipeda
Das märchenhafte Stereotyp der Hexe, nämlich einer alten Frau, die auf einem Besen reitet – hinzu kommt oft die Begleitung durch einen schwarzen Vogel (wahrscheinlich einer der beiden Raben Odins) oder eine schwarze Katze – leitet sich von der Vorstellung eines Wesens ab, das sich in Hecken oder eher in Hainen aufhält oder auf Grenzen reitet. Vermutlich ist das Stereotyp als solches relativ neu und Illustrationen in deutschen Märchenbüchern geschuldet, denn genaue Entsprechungen (außer der Fähigkeit zu fliegen) fehlen vielerorts in benachbarten Ländern. Aus der Zaunstange, meist gegabelte Äste, wurde in der bildlichen Darstellung der Hexenbesen. Diese Version unterlag jedoch bereits christlicher Einflussnahme. Für das Bild von der Zaunreiterin gibt es verschiedene Erklärungen: Es könnte sich einmal um eine Art archaischer (Wald)-Priesterinnen gehandelt haben, andererseits wird auch ein abstraktes Bild bemüht: Wesen, die auf Zäunen sitzen, befinden sich auf einer Grenze von kultiviertem Raum zur unkultivierten Natur.
Nimmer (45) meinte dazu am 10.10.20:
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 eiskimo (10.10.20)
Ein kurzer aber sehr inhaltsreicher Text - nachdenkenswert!
lG
Eiskimo

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Danke für diese Beurteilung.

 AchterZwerg (10.10.20)
Und was ist jetzt so schlimm daran, dass sich Tiere in den Städten ansiedeln?
Dächer werden begrünt, es wird wild gegardenet, warum sollen sich nicht ein paar so schöne und intelligente Tiere dazugesellen?

Herzliche Grüße
der8.

 Regina meinte dazu am 10.10.20:
Du solltest sie fragen, ob sie sich da wohl fühlen. Gelegentlich wird über Lärm geklagt (andere singen besser), über Verschmutzungen auch. Attacken auf Menschen sind selten, die Beseitigung von Tierkadavern nützlich.
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