TEMPUS FUGIT - die zeit ist flüchtig und sie zu verhaften...

Sonett zum Thema Gedanken

von  harzgebirgler





die zeit ist flüchtig und sie zu verhaften

ja völlig aussichtslos von anbeginn

der mensch kann das seit je nicht leicht verkraften

und nimmt es drum nur zähneknirschend hin *


doch ihre ständ'ge flucht ist es die lichtet

ihm erst den raum für seine existenz

denn hätt' die zeit einst aufs vergeh'n verzichtet

dann wäre daraus glatt die konsequenz:


es würde sich rein gar nichts mehr begeben

auf anhieb wär' ent-wicklung voll blockiert

und ohne diese gäb' es weder leben


noch irgendetwas das wo 'existiert' -

der urknall selber käme nie zustande,

verliefe sogar nicht einmal im sande...



* "Der Geist der Rache war bisher der Menschen bestes Nachdenken - ja dies allein ist Rache selber: des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr »Es war«".
(Nietzsche, Also sprach Zarathustra - Kap. 53 - Von der Erlösung)



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Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (02.01.22, 10:39)
Wahr ist was uns die Vorfahren gesungen
gäb's keine Zeit gäb's auch keine Erinnerungen

Alles Gute für 2022
Herzliche Grüße
TT

 harzgebirgler meinte dazu am 02.01.22 um 11:46:
denn zukunft sowie gegenwart
blieb' zeitlos uns zudem 'erspart'.

herzliche dankesgrüße nebst dito
besten wünschen fürs neue jahr
harzgebirgler

 franky (02.01.22, 11:43)
Hi lieber Henning
 
Der Urknall ist wohl einzigartig!
Das muss der Orgasmus einer Gottheit gewesen sein.


Grüße von Franky und ein glückliches Jahr 2022 von Franky

 harzgebirgler antwortete darauf am 02.01.22 um 12:06:
vor neid wär' casanova selbst erblasst
bei dem abgang, den eh ja kaum wer fasst.

dankesgrüße mit besten wünschen fürs neue jahr
henning

Antwort geändert am 03.01.2022 um 09:34 Uhr

 Tula (02.01.22, 14:46)
Moin harzgebirgler

Bloß gut, dass uns die Zeit entfleucht, 
oder sie uns. Wie man es nimmt.
Sonst wär' mir stets ein Auge feucht,
das andre lachte frohgestimmt,
ich schrie nach Milch als Abendbrot
und wär' zur gleichen Zeit schon tot.

LG
Tula

 harzgebirgler schrieb daraufhin am 03.01.22 um 09:52:
hellhöriges betonen
kann bei der zeit schon lohnen:
der mensch ist endlich
oder ist endlich -
will sagen: zeit und sein
sind eins von vornherein.

herzliche dankesgrüße
harzgebirgler

 EkkehartMittelberg (02.01.22, 17:29)
Hallo Henning, ein schönes Sonett ist dir da gelungen. Eigentlich flieht ja nicht die Zeit, sondern wir mit unserer Vergänglichkeit. Da wir sie aber unter Kontolle halten möchten, haben wir die Zeit erfunden und lassen sie fliehen..
LG
Ekki

 AchterZwerg äußerte darauf am 03.01.22 um 04:37:
Däs stimmpt! :)

 harzgebirgler ergänzte dazu am 03.01.22 um 09:37:
sein und zeit befehligen wir kaum -
im gegenteil: sie halten uns im zaum.

herzliche dankesgrüße
henning
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