Morgens

Sonett zum Thema Liebe und Sehnsucht

von  Moppel


 

Und wenn ich morgens in die Küche geh,

dann schaue ich mich um – es ist wie immer.

Am Tisch verspielt ein sanfter Sonnenschimmer.

Ich setze Wasser auf für meinen Tee.

 

So gern warst ab und zu du unterwegs.

Ich streich die Feuchte von der Fensterscheibe.

Kamst wieder - ein Moment nur, den ich bleibe

in dem Gefühl, das mich so sehr bewegt.

 

Ja, manchmal ist es so. Ein stilles Glück.

Dann fühle ich, als kämst du gleich zurück.

Als bögest du gleich um die hohe Hecke

 

mit Brötchen in der Hand und frischen Wecken.

Doch bleibt der Stuhl da neben mir stets leer.

Und Hundi springt ihn an. Du kommst nicht mehr.



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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (28.04.26, 14:36)
Gänsehaut! Mich wundert immer wieder, wie Worte/Zeilen (wie auch hier durch dein Sonett) Gefühle hervortriggern können und der Körper daraufhin spontan reagiert. Es mag primär Empathie sein. Jedoch manchmal frage ich mich weshalb, bzw. welche Stelle war's, die mich persönlich so sehr berührte? Hier ist's wohl
Doch bleibt der Stuhl da neben mir stets leer.
Das zunächst Unbewusste wurde mir bewusst. Ob man auch das Inspiration nennen kann? Nachdenkliche Grüße - Vaga

 Teo (28.04.26, 15:16)
Tja Moni,
einer geht, einer bleibt...glaube nicht, dass ich mir da keine Gedanken drüber mache. 
Ja, dein Sonett berührt mich sehr...
Lieben Gruß 
Teo
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