MAILICHE REIMEREIEN IM PAKET WO GLEICH DIE SONNE VOLL AM HIMMEL STEHT...
Gedicht
von harzgebirgler
am himmel strahlt die sonne
wie'n honigkuchenpferd
und sorgt weithin für wonne
was keineswegs verkehrt
zumal am tag der arbeit
wo diese seit je ruht
doch gott sei dank das klärchen
voll toll die seine tut...
...jetzt ist der mai gekommen
die bäume schlagen aus
das bleibt ihn’ unbenommen
doch manch wer bleibt im haus
damit der bäume keiner
ihn gar noch voll erwischt
sei’s auch nur ein gemeiner
der gern mal wen verdrischt...
...gekommen ist der maien
mit ausschlag ringsumher
von bäumen die im freien
bang schauen „kommt mal wer
um uns von ihm zu heilen
dem ekligen ekzem
er sollte sich beeilen
es juckt nämlich extrem?!“...
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der mai kam pünktlich und die bäume schlagen
kobolz weder noch sahne sondern aus
und liegen voll im plan mit sozusagen
denn andernfalls wär's wirklich doch ein graus
das wäldchen hat längst satt die kahlen äste
es sehnt sich nach begrünung ja schon längst
freut sich in bäumen auf bald flügge gäste
bei vögeln geht das schneller als du denkst
die sonne strahlt am himmel, frühlingsblauen
obwohl ein kühler wind bisweil'n noch weht
sie ahnt rein nichts vom kriegerischen grauen
mit dem der russe noch zu werke geht
im gern so weizenblonden nachbarlande
was wahrhaft eine himmelschrei'nde schande...
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mairegen macht ja schön hört man gern sagen
was allerdings nur heißt: er lässt es blüh'n
und blätter nun erneut die bäume tragen -
sie schlagen aus und werden wieder grün
aus arschgesichtern macht er keine schönen
auch altersfalten bügelt er nicht aus
wer welche hat muss sich halt dran gewöhnen
und manche sind selbst ohn' kein augenschmaus
für die natur ist regen voll vonnöten
wo wasser fehlt droht dürre, wüstenei
ein wassermangel kann leicht leben töten
doch sturzfluten sind nicht das gelb vom ei
das konnte man zuletzt im ahrtal sehen -
solch kelch mög an uns all'n vorübergehen...
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Die Vögel zwitschern - es ist Mai,
die karge Winterzeit vorbei,
im Blütenkleid erscheint die Welt
erneut wie aus dem Ei gepellt.
Ist erst alles voll am Blühen,
sieht man Menschen auch erglühen
vor mancher Anmut - Atem stockt:
Prompt wird gebalzt und angedockt.
Knallt die Sonne reizend runter
werden so Hormone munter:
Mächtig wirken die auf Lenden -
oft wird das mit Nachwuchs enden!
Die Triebfeder der Sinnlichkeit
ist Schönheit, die den Blick erfreut.
Wo Lust sich dann mit Liebe paart,
wird auch die Gattung wohl bewahrt.
So macht der Wonnemonat Mai
die Welt auf viele Weise neu -
nur gut, daß es den Winter gibt,
weil Mensch sich sonst zu Tode liebt!...
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der mai kommt nicht durch jene hohle gasse
von der einst wilhelm tell bei schiller sprach
nein er benutzt die weiträumige straße
des aufsteigenden jahr’s das allgemach
nun wirklich in die puschen kommen sollte
bisher war’s so erwärmend ja noch nicht
weshalb jung lenz auch dem april schon grollte
der sich oft zeigt’ mit eisigem gesicht
es lechzt der mensch längst regelrecht nach sonne
vielleicht gibt jetzt der mai mal richtig gas
bewahrheitet die sprichwörtliche wonne
was er jedoch bisweilen glatt vergaß -
hat äußerst schleppend nur an fahrt gewonnen
und maienwonnenträume sind zerronnen...
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zeigt sich der mai von seiner besten seite
und macht dem namen “wonnemonat” ehr'
sucht endlich das aprilwetter das weite
sonst ging's echt fast auf keine kuhhaut mehr
doch neunzehnhunderteinundneunzig hatten
wir erst im juli fünfundzwanzig grad
da hatte selbst der sommer einen platten
und drehte quasi irgendwie am rad
das wollen wir für dieses jahr nicht hoffen
zumal die zeiten momentan kaum leicht
so viel ist in der schwebe und noch offen
auch ob das geld für alle ziele reicht
des staates jedenfalls denn das der leute
fällt oft den teuerungen längst zur beute...
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als ringelnatz am ratzen war
kroch ihm ein maikäfer durchs haar
der zu des schläfers scheitel sprach
"!schau doch mal her was ich nun mach!"
und spuckte seinen schuppen
voll dreist echt in die suppen
da ging vom schuppen auf das tor
und nahm sich den rumspu(c)ker vor -
den ringelnatz den kratzte
das nicht weil er ja ratzte...
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es kam der mai...und auch ad hoc in rage:
„wo steht denn hier euer begrüßungsbaum
das ist ne gottserbärmliche blamage
das hätt' ich nie gedacht nicht mal im traum!“
so machte er die dörfler echt zur schnecke
bloß denen ging ihr maibaum auch voll ab
von sars-cov-2 eiskalt gebracht zur strecke
da brachte dann der mai das biest auf trab
„du miststück kommst mir nicht mehr in die quere
im nächsten jahr obsiegt wieder der brauch
und wenn ich statt mai mackie messer wäre
schlitzt' ich dir jetzt glatt auf den kronenbauch!“
das ging dem virus zwar nicht an die nieren
doch impfkampagnen können dazu führen...
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der forstmann ward beim maibaumfäll’n erschlagen
die birke fiel verkehrt und voll auf ihn
noch eben war ihr stamm schlank hoch am ragen
nun lag der mann flach unter ihm - es schien
als würden sich die fäller diebisch freuen
daß er gar keinen ton mehr von sich gab
sie kamen eh weit besser mit dem neuen
jungen forstinspektor aus - „!mensch ich hab“
sprach prompt ein fäller zu dem fällkollegen
„es fast schon kommen sehen wie der baum
beim fall’n so bei sich dachte na von wegen
für euren alten ist gleich aus der traum!“
und in der tat träumte der auch nie wieder
denn tödlich schlug des maibaums stamm ihn nieder...
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im himmel tat der forstmann dann berichten
was ihm jüngst durch den maibaum widerfuhr
und gab zudem noch ein paar jagdgeschichten
zum besten wie zum beispiel als die spur
der hirsche einst bis an den waldrand führte
wo eine kiste jägermeister stand
die prompt bei allen jägern feuer schürte
beziehungsweise eine art von brand
zu löschen nur durch eben jene kiste
was unverzüglich man in angriff nahm
und niemand auch die hirsche bei vermisste
so dass es kommen musste wie es kam:
kein jäger war am ende mehr am brennen
nein voll die löschaktion geglückt zu nennen...
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die bäume schlagen – wär' kein augenschmaus! -
im mai kaum wie rodeopferde aus
selbst das angebot es zu versuchen
schlügen nicht nur birken aus und buchen...
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der himmel öffnet regional die schleusen
was hat sich bloß der mai dabei gedacht
da kriegten selbst so schleuser voll das gräusen
„ich mach’s halt“ denkt der mai „wär’ ja gelacht
wenn ich nicht schütten könnte wie ein wilder!“ -
land unter hieß und heißt’s in manch region
da gab’s sogleich auf youtube krasse bilder
von braunsbach – sogar tote gab es schon
https://www.youtube.com/watch?v=8gDqlTv3svc
das wetter läuft scheint’s mächtig aus dem ruder
gerade für den wonnemonat mai
zumeist war der april das wetterluder
nun tanzt aber der mai dreist aus der reih’ -
wie mag dann bloß der sommer erst wohl werden:
man hofft’ er wird sich artgerecht gebärden...
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die kaltmAMSELl singt kaum im mai
nein macht jahraus jahrein aus ei
und fisch und wurst und fleisch und obst
kalt leck’re speis’ dass du sie lobst...
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es sollte eine birke maibaum werden
doch fiel beim fäll'n am förster nicht vorbei
”es herrscht scheint's noch gerechtigkeit auf erden!”
freut' sich sein weib drob in der försterei
und nahm den nächsten mai dann wen zum gatten
mit dem ging's auch im bett voll toll vonstatten...
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kommt erst der mai und schlagen aus die bäume
dann rechnet sicher selten wer mit schnee
doch macht sein hoffen auf so blütenträume
oft frosteinbruch zunichte denn oh je
es greifen platz die heiligen vom eise
und lassen platzen manchen blütentraum
schnee fällt im harz und frost zieht seine kreise
ja mildes frühlingswetter ist das kaum
sind aber erst der'n tage überstanden
gibt ganz bestimmt jung lenz bald richtig gas
der zweifelsohne in den deutschen landen
längst sozusagen wie auf kohlen saß
und gar nicht mag wenn ihn was am entfalten
frech hindert mit polarlüften, eiskalten...
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alles neu macht der mai
von mainau bis norderney
und beim ersten hahnenschrei
war das treiben voll vorbei
auf dem brocken seiner kuppe
mit viel sex und krötensuppe
das in scharen hexen lockte
hin zum teufel - oh dem hockte
nicht nur splitternackt und bloß
hex’ um hexe auf dem schoß
nein man sah sie - muß das schmecken! -
jauchzend ihm den hintern lecken
sah sie beugen und sich biegen
schwitzend unterm satan liegen
sowie tanzen
dann im ganzen
nicht in teilen
ziemlich geilen
doch das ist ja allbekannt
lang schon im germanenland...
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ist der mai mehr nass und kühl
geht er auch in dinkelsbühl
wie an andern orten meist
menschen tierisch auf den geist...
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einst war jung-friedhelms mai ganz ohne wonne
auch lenzgefühle stellten sich nicht ein
das lag in erster linie an der sonne
denn meist blockierten wolken klärchens schein
er blies deswegen trübsal nicht die bohne
sondern stattdes dem wettergott den marsch
der saß zwar weit entfernt auf seinem throne
doch reagierte überraschend barsch
„was fällt dir ein mir so den marsch zu blasen
ich hab mit märschen eh nicht viel am hut
und krieg' bei solchen rotz- und affennasen
wie dir glatt“ brüllte er „die kalte wut!“ -
vor schreck verschlug's die sprache prompt dem bläser
und angstschweiß troff in seine brillengläser...
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ed: „inzwischen kam ja nun der mai
und macht so heißt es alles neu
von lindau bis nach norderney
doch sieht bei neuem das ihm droht
manch wer mit recht weit eher rot
und hat dann seine liebe not!“
ben: „wobei ja 'liebe' übertrieben -
wär' lieber ihm erspart geblieben
im wonnemonat ohnehin
doch steckt auch dort der wurm gern drin!“...
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X Æ A-XII
Clerihew
SO HEISST ELON MUSK SEIN JÜNGSTER SOHN -
DER WIRD ANFANG MAI SECHS JAHRE
UND RAUFT SICH VIELLEICHT SCHON
BISWEILEN DROB DIE HAARE...
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wenn jeder mann so käme wie der mai
wär' auch manch ehekrise schnell vorbei...