Was er uns gibt (II. Fassung von "Durchs Jahr")

Text

von  Nanna

Was er uns gibt

Schneemann ist über Nacht
deutlich ergraut.
Tapfer hält er noch Wacht,
bis alles taut.
Mit einmal ohne Zahl
Blüten am Zweig.
Pfingsten dann sommerwarm.
Grille, nun geig!

Apfel fällt dumpf ins Gras.
Sommer so heiß.
Nur noch im Seltersglas
prickelt es leis.
Alles döst. Dann erlöst
Regen die Welt,
die ihm ihr Durstgesicht
entgegenhält.

Drachen im Himmelblau.
Goldgelb der Wald.
Tags darauf Wolkengrau.
Wind weht nun kalt.
Erster Frost. Braun wie Rost
Astern noch blühn.
Heiser ein Kranichschrei.
Seht, wie sie ziehn!

Stadt ist schon lichtgeschmückt
noch vorm Advent.
Kinder sind hell entzückt.
Ungeduld brennt.
Leiser Schnee. Zimt im Tee.
Wann klopft er an?
Wann steht er vor der Tür,
der Weihnachtsmann?

Gleich und doch immer neu
wandert die Zeit,
bleibt sich im Wandel treu
in Ewigkeit.
Lebenskreis - der Beweis,
dass Gott uns liebt.
Nehmen wir dankbar an,
was er uns gibt.


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