Halt die Grabrede oder deinen Mund

Gedanke zum Thema Depression

von  Whanky931



Bin ich Schuld am Versagen meines Lebenswillens?

Nein, denn das Problem ist das soziale Konstrukt.

Allein zu sein schmälert die Lebenslänge, mit vielen zu sein schwächt die Psyche.

Sozial. Das ist das Trümmerfeld in welches ich mich begebe.

Sobald es nicht mehr gut ist, bricht man mit jedem weiteren Gedanken die Psyche.

Deine Probleme werden zu meinen, wenn ich zu tief grabe.

Aber oberflächlich hasse ich.


Mein Wetterbericht ist grundsätzlich gegensätzlich zum Willen der Masse.

Ein unbefugtes Leben wäre mein Traum.

Du hast Angst vor durchleuchtung, ich wünsche es mir.

Dauerhaft angespannt, deine Entspannung macht mir Angst.

Unvorbereitet gehst du Stufen, während ich versuche jede Einzelne zu inspizieren, denn wenn sie brechen würde, dann falle ich.

Du hast keine Angst vorm Fall, ich sehe ihn täglich.

Blauäugig um ein negativ konnotiertes Wort zu nennen.

Schwerelos als positives Gegenbeispiel.

Jeder einzelne Fehler im Leben lastet auf uns.

Warum kann man die Last nicht abstellen?

Einfach abstellen und weiter gehen.

Aber die Halbwertzeit ist unendlich.

Selbst bearbeitete Fehler kommen wieder an die Oberfläche. So lange an ihnen gearbeitet, mit offenem Herz und Hirn, aber gebracht hat es augenscheinlich nichts.

Immer wenn einer von ihnen wieder nach oben kommt, berstet die Oberfläche und er fühlt sich wie frisch begangen an.


Ich hasse alles daran.

Es ist das Sisyphos Prinzip.

Echte Perfektion wird nie erreicht und wenn, dann nur für eine kurze Zeit.

Ich brauche diese Perfektion für immer, denn ohne fühlt sich alles scharfkantig an.

So viele Wege ausprobiert, jedes verfügbare Mittel, keines wirksam.

Mittlerweile sind selbst zwei schlechte Optionen zwei Gute.

Bist du so weit unten, dass selbst Schlacke wie klares Trinkwasser aussieht und schmeckt, wirst du verstehen, wie es ist.

Oder eben nicht. Dann quittierst du deinen Dienst.

Und das willst du doch nicht, oder?

Oder.


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Kommentare zu diesem Text


 EVdR (21.05.26, 15:04)
Danke!

Ein erschütternder, unbarmherzig ehrlicher Einblick in ein Erleben, das für Außenstehende kaum greifbar ist. 
Die Metapher von den Stufen, die man permanent auf ihre Tragfähigkeit inspizieren muss, beschreibt diese lähmende Daueranspannung perfekt. 
Selbst, angeblich, bearbeitete Fehler haben eine unendliche Halbwertszeit. Das Dasein wird zum puren Kraftakt, wenn die Verarbeitung und Integration nicht gelingt.

Wahrlich ein mutiger Text, der nichts schönfärbt, das Trümmerfeld genau so zeigt, wie es sich anfühlt und nie vergeht. Narben kann man schminken, aber sie bleiben existent.

Kommentar geändert am 21.05.2026 um 15:05 Uhr
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