sieben
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acht

Text

von  Pearl

Corigliano von vor zehn Jahren


Und das Meer ist blau. Aber ich muss immerzu an die Haie denken, darum Angst und ich schwimme nicht weit raus, wo ich das doch immer am liebsten tat.

Die Nachmittage am Strand – klettere ein bisschen auf Felsen, lese Sylvia Plath und die Möwen fliegen, Wasser sammelt sich in den Felsspalten.

Meine Backe schwillt an, liege mit leichtem Fieber und Aspirin im Bauch – das Handtuch ist kühl – unter dem Sonnendach ist Schatten.

Wieder der Mann im Taucheranzug und mit Harpune, der nie etwas fängt und sich von der heißen Luft trocknen lässt, bevor er wieder ins Auto steigt und weg fährt.

Einmal der Junge – kleine slawische Seele -

mit Bruder gestritten, alleine am Strand, will zurück, doch die Taschen sind zu viele, zu groß und er wird wütend, schmeißt sich zu Boden, weint herzzerreißend.

Wir lachen, geh`zu ihm, ich gehe zu ihm, barfuß, heißer Sand, nehme den Rucksack und ihm eine Tasche aus der Hand. Die andre hält er fest, wir gehen, barfuß durch den Campingplatz und die Steine stechen in meine Fußsohlen, aufrecht, mutig, ohne Worte, bis zu dem Baum, wo die Menschen sind und ich die Taschen für ihn ablege.

Abends laufen sie in ihren bonbonfarbenen Bademänteln herum, mit den Kapuzen auf dem Kopf wie Heinzelmännchen – und alle sind Neapolitaner und tragen dasselbe Modell und sind eine große Familie, die uns misstrauisch beäugt.

Die Sonne ist heiß und wir sind nass, vom blauen Wasser über das sich der blaue Himmel legt.

Nachts die Animateure und die Eulen, das Schnarchen – ich kann nicht schlafen, schaue beim Zähneputzen zum vollen Mond. Ein wilder Hund streicht an mir vorbei, aber sie kommen nicht, sind froh, wenn ihnen niemand etwas tut und im Frühling habe ich sie gestreichelt, sie waren so dankbar für ein bisschen Zuneigung und Wärme, sagt mein Vater.

Am Abend das Rot und die Fischer, zwei alte Männer mit ihren Enkeln. Wir müssen leise sein jetzt und angenehm, damit wir ihnen nicht die Fische vertreiben.

Und am zweiten Abend lächeln sie schon und grüßen.

Wie nur Meermenschen es können, hüpfen sie über die Felsen, als wären sie nicht da, bewegen in ihren Lücken durchsichtige Fäden auf- und ab.

Das zwölfjährige Kind fängt einen Tintenfisch, der sich um sein Bein klammert… hüpft, schlägt ihn auf Stein, wälzt ihn im Sand…

Der letzte Abend, ich will nicht weg, noch ein bisschen, bis es fast Nacht ist.

Das Meer ist blau. Aber ich stehe zu spät auf, um es es in türkis zu sehen, nur am allerletzten Tag, wo wir abreisen. Die braungebrannte Frau, die auch über die Mittagsstunden am Strand blieb, sammelt Muscheln.

Und glücklich bin ich, weil ich das Meer liebe und der bagnino lächelt mir zu, weil auch er es liebt.




Anmerkung von Pearl:

für meinen Tata, mit dem ich diese Reise unternahm

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Kommentare zu diesem Text


 Aber (29.05.26, 15:58)
Aber nun bin ich ja schon groß, liebe Steffie.

Dein Tata

 Pearl meinte dazu am 29.05.26 um 16:00:
Erinnerungen sind wichtig, Aron!

 Aber antwortete darauf am 29.05.26 um 16:20:
Sie sind das Paradies, aus welchem uns niemand mehr vertreiben kann ...
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