Ende der häuslichen Gewalt - (History)

Text zum Thema Gewalt

von  Gabyi

Als sie fertig mit der Schule war und ihr Abitur bestanden hatte, ekelte ihre Mutter sie aus dem Haus, was aber überhaupt nicht vonnöten war, denn sie zog von ganz allein aus in die nächstgelegene Universitätsstadt am Meer und sie  suchte sich dort ein möbiliertes Zimmer. Sie stellte fest, dass eine große Last von ihrem Körper abfiel. Es fühlte sich alles so leicht und widerstandslos an. Die Mitstudenten waren nett, viel netter als die Schüler auf ihrer Schule, wo sie manchmal gemobbt worden war. Sie stellte zuerst einen BAFÖG-Antrag, eröffnete dann ein Girokonto bei der Sparkasse und legte ein Postsparbuch an, auf welches sie ihre sämtlichen Ersparnisse einzahlte. Das Geld hatte sie vorher mit Nachhilfestunden in Latein erwirtschaftett. Es hat ihr eine ganze Weile geholfen. Ihr Vater zahlte ihr noch nicht einmal das Kindergeld, das er für sie vom Staat bekam und das eigentlich für sie bestimmt war. Sie suchte sich ein Zimmer und sie war frei und bekam keine Schläge mehr und konnte jeden Tag in der Mensa Milchreis oder Milchgries aus Plastikschüsseln essen, die sie manchmal auch mitgehen ließ. Genau wie auch das Essbesteck. Ihre neue Freundin hieß Jeanette, kam aus Plön und hatte einen französischen Freund, der François hieß. Das Studentenleben war leicht und verheißungsvoll.
Ihre Vermieterin war eine alte Frau, die ihr Buget mit Untermietern aufbesserte. Sie stellte ihr eine Schale mit Obst ins Zimmer, die sie aber nicht anrührte, weil sie kein Obst mochte und nichts geschenkt haben wollte und auch kein Obst.
Ein weiterer Untermieter war ein Psychologiestudent, der ihr immer von einem ermordeten Mädchen erzählte, das er als Fetisch verehrte. Er versuchte sie zu überreden, mit ihm Sex zu machen, denn sie wüsste schon viel besser als er, wie es funktionieren würde. Sie aber lehnte dankend ab.
Sie wollte dann nicht mehr Psychologie studieren, weil sie glaubte, Psychologen wären verrückt.


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