Um 1793 verewigte Francisco de Goya die junge Aristokratin Doña Tadea Arias de Enríquez anlässlich ihrer bevorstehenden Vermählung. Das originale Meisterwerk, welches heute im weltberühmten Museo del Prado in Madrid bewundert werden kann, zeigt deutliche Einflüsse der englischen Porträtkunst jener Epoche. Die junge Frau posiert in einem fließenden, weißen Kleid im Directoire-Stil vor einer schattigen Gartenkulisse. Ihre wilde, unpudierte Lockenpracht bricht radikal mit den strengen Konventionen des vorherigen Barocks. Diese feine, detailgetreue Kopie dokumentiert nun hier im eigenen, privaten Besitz sehr eindrucksvoll den bedeutenden, stilistischen Übergang des stolzen Königreichs Spanien vom verspielten Rokoko hin zur schlichten Eleganz des aufkommenden Klassizismus.
Goya und El Greco sind künstlerisch betrachtet meine Lieblingsmaler, aber unprätentiös betrachtet ist Hieronymus Bosch der Beste, weil er richtige Miezen malen konnte.