Verstand auf der Flucht

Gedicht

von  Wastl

Gedanken jagen sich gegenseitig 

durch die Hallen des Tempels 

des Schweigens. 

Die Lichter versammeln sich 

und besprechen die Ordnung, 

damit sich jeder Strahl vom Chaos fernhält. 

Hässliche Fratzen 

grinsen aus finsteren Gassen. 

Verwaiste Tiere 

verenden in der Sommerglut. 

Gräber bilden einen Gesprächskreis 

und lästern über ihre übelriechenden Inhalte. 

Schwäne wälzen sich wie Schweine im Schnee, 

bis man sie nicht mehr sieht. 

Seelenlose Rosenkavaliere 

kriechen über den Asphalt 

und flüstern ihre Heucheleien 

notgeilen Witwen ins Ohr. 

Kissen aus Gold 

liegen unter unseren Häuptern, 

während wir im Whirlpool liegen   

und Champagner schlürfen. 

Doch plötzlich springt ein Bettnässer 

ins Gewässer 

und verdirbt uns den geselligen Abend.





Anmerkung von Wastl:

"die Hallen des Tempels des Schweigens" > Zugegeben, liest sich nicht so doll, hab aber oft rumprobiert und es nicht besser hinbekommen.

Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online: