Das ist die trostlose Geschichte
von Heinrich Maria von Seichenein aus
Dreieichenhain bei Reichenstein, genannt
Hein Neideldein
Hein Neideldein, der Tagedieb,
der immer nur im Bette blieb,
weil er zu faul war aufzustehn
und einen Schritt vors Haus zu gehn.
Auch sonst war er ein Schlumpersack.
Meist machte er zur Nacht den Tag.
Dann trank er auch noch unbeschwert.
Jetzt ist er da, wo er hingehört.
Hein Neideldein, der Tunichtgut,
besaß bloß Molke anstatt Blut.
Er machte keinen Finger krumm
und war voll Trägheit um und um.
Wenn man ihn ansprach, sagte er faul
und angewidert: „Halt dein Maul.“
Was er anfasste, war verkehrt.
Jetzt ist er da, wo er hingehört.
Hein Neideldein, die tote Hose,
kam selten von sich selber lose.
Selbst dann lag er in seiner Sasse
und war die alte trübe Tasse.
Er tat vor lauter Schlampigkeit
sich nicht und niemand anders leid.
Man wusste, dass ihn gar nichts stört.
Jetzt ist er da, wo er hingehört.
Hein Neideldein, die taube Nuss,
verlor sich endlos im Verdruss,
verfiel, versank im Jammertal.
Ihm war das alles so egal.
Das zwingt uns, diesen pflaumenweichen
Charakter derart auszustreichen,
dass man ihn untern Teppich kehrt.
Jetzt ist er da, wo er hingehört.