Hein Neideldein

Lied zum Thema Dummheit

von  GastIltis


Das ist die trostlose Geschichte
von Heinrich Maria von Seichenein aus

Dreieichenhain bei Reichenstein, genannt

Hein Neideldein


Hein Neideldein, der Tagedieb,

der immer nur im Bette blieb,

weil er zu faul war aufzustehn

und einen Schritt vors Haus zu gehn.

Auch sonst war er ein Schlumpersack.

Meist machte er zur Nacht den Tag.

Dann trank er auch noch unbeschwert.

Jetzt ist er da, wo er hingehört.


Hein Neideldein, der Tunichtgut,

besaß bloß Molke anstatt Blut.

Er machte keinen Finger krumm

und war voll Trägheit um und um.

Wenn man ihn ansprach, sagte er faul

und angewidert: „Halt dein Maul.“

Was er anfasste, war verkehrt.

Jetzt ist er da, wo er hingehört.


Hein Neideldein, die tote Hose,

kam selten von sich selber lose.

Selbst dann lag er in seiner Sasse

und war die alte trübe Tasse.

Er tat vor lauter Schlampigkeit

sich nicht und niemand anders leid.

Man wusste, dass ihn gar nichts stört.

Jetzt ist er da, wo er hingehört.


Hein Neideldein, die taube Nuss,

verlor sich endlos im Verdruss,

verfiel, versank im Jammertal.

Ihm war das alles so egal.

Das zwingt uns, diesen pflaumenweichen

Charakter derart auszustreichen,

dass man ihn untern Teppich kehrt.

Jetzt ist er da, wo er hingehört.



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (04.08.26, 07:42)
Also ausgerechnet in Dreieichenhain!
Ich muss schon sagen. Dort glänzt man immerhin mit einer Burg!

Ansonsten stimmt fast alles.  :D

 GastIltis meinte dazu am 04.08.26 um 17:32:
Danke Achter,
das mit dem Ort ist eine geografische Verwechslung deinerseits. Nicht alles, was von Adel ist, muss in Hessen liegen. Indes dein „fast“ beruhigt mich ungemein, damit schrammte ich unbewusst quasi an der großen Kunst vorbei, ohne es auch nur im geringsten geahnt zu haben.
LG von Gil.

 EkkehartMittelberg (04.08.26, 08:07)
Hallo Gil. Ich frage mich, ob der Hein dumm oder aufreizend träge ist.

LG
Ekki

 GastIltis antwortete darauf am 04.08.26 um 17:38:
Sieh es mal so, lieber Ekki,
ein Kommentar, so ausführlich oder so sparsam er auch immer sein mag, er sollte nie irgendwelche Wunden auch nur tangieren, die jemand betreffen, der am Geschehen gar nicht beteiligt ist. Ich gehe davon aus, du weißt, was ich meine.
Dir, mein Freund, ein herzliches Danke. Und so oder so.
Hier ist mehr weniger. Gil.

 Reliwette (04.08.26, 13:24)
Lieber Gastiltis,  
              
                  was soll ein Dichter dazu sagen?
                  ist das gar ein neuer Trend ?,
                   der uns erfüllt mit Unbehagen,
                   weil irgendwer die Welt verpennt?

                    Wer mag zunächst den Löffel schmeißen
                    und gleich das Handtuch hinterher,
                    wer mag aus Luft die Löcher reißen?
                    denn unbeschwert geht`s nimmermehr

                     Man lässt die Leichen einfach liegen,
                     denn zum Entsorgen fehlt der Platz!
                     den einen frssen dann die Fliegen
                     der andre wird zum Mahl der Ratz!


Die Psychiotiker sind zwischenzeitlich auf Regierungsbänken angelangt: Werbung für Tabackwaren ist verboten, für Alkoholiker darf für Nachschub geworben werden.

Das ist mein kleiner Beitrag dazu! Gerne gelesen! Hartmut

 GastIltis schrieb daraufhin am 04.08.26 um 18:43:
Lieber Hartmut,
ich bin regelrecht baff. Mein Lied, das ich mal in einer melancholischen Stimmung als Tango verfasst habe, (die Noten stehen noch zur Verfügung), verfällt mehr und mehr, bei Dirk schon begonnen, in gesellschaftskritische Dimensionen, so berechtigt sie auch sind, dass mir fast schwarz vor Augen wird. „Klein“ nennst du deinen Beitrag. Bescheiden, wie du bist. OK. Ich finde deine zwölf Zeilen eine Wucht an Aufrüttelung für sich. Für einen Kommentar eigentlich zu viel. Aber vielleicht schreibst du ja auch für zwei, was ich dir nicht verdenken kann.
Herzlich bedankt sich und grüßt dich Gil.

 Didi.Costaire (04.08.26, 16:11)
Moin Gil,

ich mag ja Heini Neideldein
viel lieber als ein Weidelschwein,
das Menschenfreunde an nur ekelt
und sich auf Heinis Teppich rekelt,
herumgrunzt dorten und sich suhlt
und dreist um alle Schweine buhlt.

So, jetzt ist es raus.

Herzliche Grüße,
Dirk

Kommentar geändert am 04.08.2026 um 16:23 Uhr

 GastIltis äußerte darauf am 04.08.26 um 17:52:
Mein lieber Dirk,

dein Statement ist sehr hoch zu ehren!
Hein wird sich nicht dagegen wehren,
weil der, der mehr linkisch verbleibt,
der endet meist auch unbeweibt,
das heißt, sein falscher Ruf verhallt,
und er wird, hofft man, nicht sehr alt.

War auch schwer.
Liebe Grüße von Gil.

 plotzn (04.08.26, 16:51)
Werter Liedermacher!

Im Gegensatz zu Neideldein
will unser Gil nie idle sein,
er komponiert ein Liedel fein,
schon setzt die erste Fiedel ein.
Noch während Hein in' Karzer türmt,
hat dieser Song die Charts erstürmt.
und wenn man solche Dinge hört,
ist jeder, wo er hingehört.

Liebe Grüße
Stefan

 niemand ergänzte dazu am 04.08.26 um 17:53:
Wenn Molke er, statt Blut, besaß,
kann sein, dass er nur Käse aß,
statt Grünzeug, Obst, wie Jedermann,
so dass sein Hirn zu Quark gerann.

Ach, ließ er von solch Eiweiß ab,
dann blieb der Hein [kann sein] auf Trab.
Vielleicht sprach er von Molke nur,
zwecks Ablenkung vom Whisky pur,

der durch des Heines Adern rann,
weil er zu hadern oft begann -
zu hadern mit der Welt, dem Sein.
So goss er Sprit in Adern rein.

Und wenn dann wer, mit großem Mut,
ihn tadelte, den Tunichtgut,
dann stellte Hein sich oft nur stur
und sprach: Nein,nein, ist Molke nur!      :P    ;)

 GastIltis meinte dazu am 04.08.26 um 19:25:
Hallo, Gesangsverächter Stefan! 

Gut, wär ich eitel, dideldum,
ich sähe mich nach Bühnen um,
wie vierteljährlich ein Herr Plötz,
der immer dann schrie hier und jetz',
wenn irgendwo ein Auftritt riefe,
das Publikum indessen schliefe
sich seinen Rausch im Bierkrug aus.
Nur Neidelplötz blieb still zu Haus.


Hallo Grünbleibtgrün Irene!

 
Dein Song vom schwachen Habenichts,
der ob des grünlichen Verzichts,
verloren heißt längst nicht geronnen,
und Sporen nicht aus Milch gewonnen, 

so macht man keinen Haderlump,
die Umwelt lebt auch nicht auf Pump,
und liebt man auch den Habermas,
was nützt der Welt ein Aderlass, 

Wer mag nur Molkereibedarf,
auf Müllermilch ist keiner scharf,
und selbst des guten Stefans Weihen,
ein Pölt verliert den Grand mit Dreien, 

wenn nichts gelingt und keiner drückt,
der Molkereihund wird verrückt,
und Hein, knapp an der Teppichkante,
grüßt dich, Irene, Anverwandte!


Viele Grüße an euch zwei von Gil.




 

Antwort geändert am 04.08.2026 um 19:27 Uhr

 niemand meinte dazu am 04.08.26 um 19:28:
....    :D        :P        ;)

 Tula (05.08.26, 00:10)
Lieber Gil
Ich überlege - Neideldein, 
der könnte doch ein Dichter sein.
So einer, der den Tag verpennt
und abends in die Kneipe rennt,
der nichts, und wirklich nichts erschafft,
doch tapfer schreibt (bei Gerstensaft!),
ein armer Hans, klein Glück, kein Geld,
der glaubt, dass "Dichtung" unterhält!
Doch findet er, man kann's kaum fassen,
im Forum andere trübe Tassen,
die sinnlos ihre Zeit vergeuden
und jauchzen: "Du, ich las 's mit Freuden".

LG Tula

Kommentar geändert am 05.08.2026 um 00:12 Uhr

 GastIltis meinte dazu am 05.08.26 um 12:02:
Danke Tula!

Vielleicht ist es für sie geschrieben. -
Ich muss doch alle Menschen lieben!“
Der Satz, Jahrzehnte schon verloren,
er klingt noch immer in den Ohren,
ein Beispiel bester Poesie,
der Mensch bleibt Mensch und ist doch Vieh,
manchmal auch Φ, die Zeit muss sein,
die faule Sau Hein Neideldein,
wie eine Laus über die Leber
erscheint der Kalydon'sche Eber,
neun Tage Gastmal usw.
Ach wär das heiter ...


Herzlich taumelnd grüßt Gil.

 TassoTuwas (05.08.26, 20:36)
Moin Gastl,

Menschen so wie ihn gibt's eine Menge
schuldlos sind sie an Hektik und Gedränge
Heiner kennt nicht Termine oder Zwänge
geht weder zu Krawallen noch Paraden
schuldlos ist er an den krummen Graden
auch über die verkorkste Weltgeschichte
schreibt er selten nur bei KV Gedichte
dies gelingt nur wenn man gar nichts tut
und das kann der Hein auch wirklich gut

Es grüßt dich, immer an der Seite der Kleinen
TT

 GastIltis meinte dazu am 05.08.26 um 21:22:
Danke Tasso,

als Meister echt guter Poeme
sind für dich Neideldeins Probleme,
die er nicht hat, der Angeschmierte,
vom rechten Leben Ignorierte,
KV-unwürdig, sprich entehrend.
Wer schuld- und leidbewusst verkehrend
wie du und ich das Dasein meistert,
sieht Heinrichs Lebensweg entgeistert,
was sag ich regelrecht erschrocken.
Kurzum, wir sind jetzt von den Socken.

Du grüßtest seitlich von den Kleinen,
mehr noch, das Ganze ist zum Weinen.

Herzlich Gil.
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