Glockenläuten

Text zum Thema Abschied

von  Reliwette

 Vom Dorf her ruft ein Glockenläuten:

"Kommt her, ihr Frommen, seid dabei"

 und Sie verkünden allen Leuten: 

 "Juch-hei-di - , ein Platz wird frei!"


 Im Leben war er gut vernetzt

 der letzte Gang führt steil

 hinab ins Grab, das wird besetzt

 und wird es bleiben für ne Weil


Die Hülle von dem toten Leib,

aus Fett und anderer Chemie

ist nicht zuviel, was übrig bleibt

wird aufgefressen irgendwie.

 .


 Zum Trauern bleibt euch nicht viel Zeit,

 trinkt und esst ne Kleinigkeit!



 Nehmt das Erbe mit im Flug,

 Streit um den letzten Knochen

 nehmt alles mit in einem Zug

 der Schnellste hat gestochen!


 Wenn`s schllimm kommt , rennt zur Kanzelei

 und fragt um Hilfe das Gericht

 dann eilt ein Rechtsanwalt herbei,

 der für euch eure Sache ficht!

  

 Der Tote schaut von oben zu

 er hat mit all dem nichts zu tun

 er will im Himmel seine Ruh

 und wird daselbst in Frieden ruhn



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Kommentare zu diesem Text


 Saira (26.08.26, 15:16)
Lieber Reli,

bei aller Schwärze steckt für mich auch etwas Tröstliches in deinem Gedicht. Der Tod nimmt dem Menschen nicht nur das Leben, sondern auch all die lästigen Nebensächlichkeiten, mit denen wir es uns zu Lebzeiten so schwer machen: Besitz, Ansprüche, Konkurrenz, Rechtbehalten.

Unten dürfen die anderen weiter darum kämpfen - oben herrscht offenbar Zuständigkeitsende. Und wenn dein Toter tatsächlich zuschaut, hoffe ich sehr, dass wenigstens himmlisches Glockenläuten laut genug ist, damit er die Diskussion über seinen Nachlass nicht hören muss.

Liebe Grüße
Saira

Kommentar geändert am 26.08.2026 um 15:16 Uhr
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