Psychikon I

Text

von  Reliwette

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                              Regen tropft ,metallene Skulpturen blinken

                               mattsilbern im Dämmerlicht

                                Gekreuzte Schwerter fallen ins Niemandsland

                                Was sinnvoll erschien, zerschellt schon im Aufbruch

                                So nehmen Poeten ihre Habe ins Grab
                               
                                 und Leere ist Abschied!

                                 Wenn Abendwolken wehen und Sturmvögel ziehen

                                  Das Maß aller Dinge kein löcheriges Sieb

                                   aber ein Fass ohne Boden!


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Kommentare zu diesem Text


 Saira (31.03.26, 17:39)
Lieber Reli,

dieser Regen auf den „metallenen Skulpturen“ wirkt auf mich fast gleichgültig, als würde die Welt einfach weiterlaufen, während das, was einmal Sinn hatte, langsam zerbricht.

„Was sinnvoll erschien, zerschellt schon im Aufbruch“ – das ist so ein Satz, der hängen bleibt. Weil er nichts beschönigt.

Und die Zeile mit den Poeten, die ihre Habe mit ins Grab nehmen fühlt sich für mich leise und schwer an, fast so, als gäbe es Dinge, die man nie wirklich sagen kann.

Das „Fass ohne Boden“ am Ende mag ich besonders. Kein großes Pathos, eher so ein offenes Gefühl, das bleibt.

Ich habe das Gedicht nicht nur gelesen, ich bin ein Stück darin stehen geblieben.

Liebe Grüße
Saira

 Reliwette meinte dazu am 31.03.26 um 19:14:
Liebe Saira, 
du gibst und gibst, willst endlich Veränderungen, die sinnvoll für Menschen sind, aber sie wollen nicht von Ablenkungen ablassen, sie erfinden immer neue und merken nicht, wie alles den Bach herunter geht. Dein Engagement, alle  Anstrengungen zum Nulltarif sind das Fass ohne Boden. Krähen fliegen krächzend die letzten Runden, bevor es Nacht wird. Ich pflücke dir eine Sonnenblume für den Nachttisch!
Lieber Gruß!
 Reli

Antwort geändert am 31.03.2026 um 19:15 Uhr

 Saira antwortete darauf am 31.03.26 um 19:31:
Lieber Reli,

deine Worte tragen diese leise Müdigkeit in sich, die ich gut kenne. Dieses Gefühl, zu geben und zu geben und doch scheint es, als würde es versickern, irgendwo, wo nichts zurückkommt.

Aber ich glaube nicht, dass es wirklich „zum Nulltarif“ ist. Vielleicht sieht man den Wert nicht sofort. Vielleicht nicht dort, wo man ihn erwartet. Aber er ist da – in jedem Gedanken, der hängen bleibt, in jedem kleinen Innehalten
.
Das „Fass ohne Boden“ fühlt sich manchmal so an, ja.
Und doch – irgendwo sammelt sich etwas. Vielleicht nicht sichtbar, vielleicht nicht laut.

Die Sonnenblume stelle ich mir gerade wirklich hin.

Ein kleines, stilles Gegenbild zu all dem Grau.

Danke dir dafür.

Liebe Grüße
Saira
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