Rhetorik

Sonett

von  Quoth

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In deiner Schule, o Beredsamkeit, 
trug ich polit'scher Rede Hermelin, 
verteilte kunstvoll dank Belesenheit 
bald Hoffnung und bald Furcht auf sie und ihn. 
Auch was ich dichtete, es war geschuldet 
geformtem Sang des feuchten Lippenpaars, 
das wohl das Böse und das Dunkle duldet, 
Medusen nicht im Schmuck des Schlangenhaars. 
Geopfert hab ich strenger Wissenschaft 
in deinem Zeichen, o rhetor'sche Kunst, 
geschlossen sie, die Kluft, die lockend klafft, 
zwischen verhasster Pflicht und heitrer Brunst. 
Noch einmal möcht' ich (Brüste, gebt den Segen) 
die Zunge in des Zwiespalts Wunde legen!

Per me formatur facundae gratia linguae, 
Etherei qua Dii, regesque ducesque moventur. 
Ich gestalte die Anmut kundiger Rede, 
Die himmlische Götter, Könige und Führer bewegt.
 




Anmerkung von Quoth:

Sonnet 2004 zu einem Stich von Cornelis Drebbel nach Hendrick Goltzius 1584.
Die Rhetorik arbeitet mit Gefühlen, nicht mit Argumenten.

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