Saturn

Sonett

von  Quoth

Vergänglichkeit, o, des Verschwindens Wut
im Strome, der erbarmungslos uns treibt,
Evolution, die ihrer Kinder Blut
mit blankem Zahn sich gierig einverleibt.
Verschon mich noch, o Sensenschwingers Frost,
da ich grad warm in weichen Armen lag.
Was heut wir ernten, morgen ist’s Kompost,
und die wir zeugen, frisst der Sarkophag.
Ach, Leben, Fruchtbarkeit, Begattung, Lust –
ja, ich will schreiben, sei es auch für nichts,
will Zartes, Hartes schaffen, das robust
den Urteilsspruch besteht des Endgerichts.
       Mag auch von Krieg und Hass die Erde rauchen,
       in Liebesseufzern will ich untertauchen.



Anmerkung von Quoth:

Sonnets zu "Planetenkinder" - Stiche von Saenredam nach Goltzius 1595

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