Diana (Luna)

Sonett

von  Quoth

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Du weiblichstes Gestirn von allen, dem
die deutsche Zunge Mannsgeschlecht zuweist,
was bist du anderes denn als Emblem
der Schwangeren, die zunimmt, bis sie kreißt?
O Nacht des Irrens und der Leidenschaft,
von dir erhellt mit bleichem Todeslicht,
wie oft ich stürzte, mich hab aufgerafft,
da es an Hoffnung mir wohl nie gebricht.
Zurück will ich an jenes Meeres Rand,
an dem ich aufwuchs, als Verbrechens Wut
uns Deutsche hat bedeckt mit Scham und Schand‘,
und nimmer-, nimmerdar wird’s wieder gut.
     Der Humanismus, der uns sollte halten,
     hat bös versagt vor blinden Hasses Walten.



Anmerkung von Quoth:

Letztes aus dieser Reihe von Sonnets, angeregt durch Stiche Saenredams nach Goltzius 1596. Gelegentlich tausche ich die Vorlagen mal aus - wenn ich bessere bekomme ...

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