Im Schneegestöber in der Nacht
bin ich plötzlich aufgewacht.
Die Sonnenstrahlen tanzen und peitschen
blondgelb durch das Gestrüpp,
in dem wir laichen.
Ich bin der aus der Scheide Geborene.
Im Innersten meines Kalvarienberges
zerbersten Träume,
kleine Heinzelmänner
torkeln mit blakenden Fackeln
durch das Gespinst,
eine Riesenlast
liegt auf ihren schmächtigen Schulter,
doch die krummen Beine
laufen und laufen.
Auch der Tod
sei relativ hier.
Und endlos
ist der steinerne Himmel.
Dann schrillt ein Pfeifen,
alle und alles,
Würmer, Asseln,
Maden und Spinnen
rennen von hinnen,
versteckt im Bau,
es dämmert das Grau,
das Licht erbricht.
Endlich.
Morgens um halb acht:
Oh Gott,
was ist das denn -
zwei Arme, drei Beine?!
Ach so. Liebling?
Schläfst du noch?
Mit Schaum vorm Muttermund.
© Rainer M. Scholz