Cogito, ergo sum (Ich denke, also bin ich)

Ansprache zum Thema Denken und Handeln

von  EkkehartMittelberg

Ich muss es mir immer wieder beweisen:

Ich prüfe meine Aussagen auf Fehler,

ich bezweifle die Schlussfolgerungen anderer,

ich denke auf meinen Spaziergängen.

Wenn mich Emotionen packen, denke ich,

ja, auch dabei gelegentlich.

Nach Kant: “Wage zu denken”

bin ich ein vorbildliches Wesen.

 

Ehrlich, manchmal vergesse ich es

und das sind meine schönsten Stunden.

Hätten Sie das gedacht?

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Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (09.10.26, 11:20)
Ich prüfe meine Aussagen auf Fehler,
Lieber Ekki,

wer hat denn den Prüfer überprüft? - Hier ist nicht ein Mensch oder eine Institution als Prüfungsinstanz gemeint, sondern das Ich wird selbst infrage gestellt und das hat der historische Buddha vor annähernd 2600 Jahren gemacht.
"Ich denke" usw. ist keine zuverlässige Grundlage, weil ... das Ich aus den Aggregaten Form, Empfindung, Wahrnehmung und bildenden Kräften besteht, deren Energie keinen Moment lang gleich bleibt.
Sich das Ich als beständig vor-zu-stellen, ist demnach falsch.

Eine Vorwegnahme: wenn es kein beständiges Ich gibt, ändert sich nichts, es ist trotzdem alles da, nur das Beharren fällt weg und das kann so schlimm also auch nicht sein.
Wie also vorgehen? - das muß jeder für sich entscheiden. Was mir geholfen hat, ist ja bekannt: Buddha, Dharma, Sangha.
Dies nur als Anregung.

Liebe Grüße
Lothar

(jetzt hab ich doch glatt das fünfte Aggregat vergessen: das Bewußtsein )

Kommentar geändert am 09.10.2026 um 11:25 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 09.10.26 um 11:29:
Merci, Lothar, 
es ist sehr klug und befreiend, das beständige Ich selbst in Frage zu stellen.

Liebe Grüße
Ekki

 AchterZwerg (09.10.26, 11:20)
Lieber Ekki,

und wo kann der Mensch all sein vorbildliches Denken am leichtesten vergessen?
Genau - im wilden Triebleben!
Deshalb hat Nietzsche das Sätzlein "ein wenig abgewandelt:
"Coito, ergo sum."

(So die Legende).

. ;)

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 09.10.26 um 11:34:
Liebe Piccola,
solche Legenden entstehen ja nicht aus dem Nichts. Später, als Nietzsche an seiner Syphillis litt, hat er wohl vor Schmerz gespürt, dass er ist.

 Reliwette schrieb daraufhin am 09.10.26 um 12:31:
Ja ja, lieber Ekki, die forensischen Kernsätze!
Ich (h)upe, also geht`s durch die Hose.
Früher mehr, aber auch heute noch erkennt man diese "galante" Krankheit an der verbeulten aufgeweichten Nase.
Gruß! Hartmut

@L. Atzert:
Aber Buddha kannte die forensischen Kernsätze nicht. Deshalb kann "man" diese, seine Theorie, getrost infrage stellen. Weshalb? Weil der eine "hü" sagt und der andere "hot". Ist doch völlig klar.

 Schtzngrrrrm (09.10.26, 12:25)
INTERESSANT FINDE ICH DIE EINGANGSZEILE

Ich muss es mir immer wieder beweisen:
WAS FOLGT IST IHR UNTERGEORDNET, BZW. VON IHREM GESCHMACK DURCHDRUNGEN. DARAUF BEZIEHT SICH NACH MEINER LESART AUCH DER VERGESSENSWUNSCH: NICHT DAS DENKEN WILL VERGESSEN WERDEN, SONDERN DER DRANG/ DAS STREBEN, SICH DURCH DENKEN BEWEISEN ZU MÜSSEN. DAS IST NUR ALLZU VERSTÄNDLICH! ALLEIN KRITISCHES DENKEN IST NICHT NOTWENDIGERWEISE DARAN GEKOPPELT. ES IST EIN SELBSTZWECK. VIELLEICHT WÜRDEN MANCHE MENSCHEN DAS DENKEN WENIGER ABLEHNEN, WENN SIE ES NICHT ALS DEM EGO UNTERWORFEN BEGRIFFEN. ZUM GLÜCK GIBT AUCH DENKER WIE DIOGENES!

 Drita (09.10.26, 12:25)
Wunderschön, lieber Ekki!
Danke Dir!

Liebe Grüsse
Drita

 harzgebirgler (09.10.26, 12:51)
descartes ist nur eine station
und dass der denkt bloß illusion
doch eine einbildung voll macht
die nie was denken heißt bedacht.

schmunzelgrüße
henning
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