Lass mir die Sonne in Bälde aufgehen
Und schenke einen neuen Tag,
Der, hat er auch nicht Geschenke im Sinn,
Daherkommt gegen die raubende Nacht,
Den finster verschachtelten Schacht,
In dem die Seelen unzähliger
Liegen wie Steine im Stein,
In dem der Seegrund spiegelt,
Was das Gesicht sonst oft verriegelt.
Lass die Sonne aufgehen, bitte,
Über Feldern aus geernteten Farben,
Die sich aus einer Welt schleichen,
Denn im Oktober nimmt das Jahr den Rest
Und hinterlässt bald nur ein Grau –
Die Farbe einer Mauer aus Granit,
Die um das Herrenhaus gezogen
Sorge trägt und Sorgen pflegt
Für etwas, das mich niederlegt.
Also lass mir einmal mehr die Sonne aufgehen!
Sterben kann ich in einem Licht
Besser als in dunkler Einsamkeit,
Und das Leben fällt mir leichter,
Wo es von allein vom Baume fiele,
Wo es dick und satt, ja schwer
Zu gehen weiß und mehr
Zu fallen nicht verzagt
Und einen neuen Anfang wagt.
Lass die Sonne darüber gehen
Und weder fluchen noch erflehen,
Wie mein Platz einst in der Krone war,
Wie mein Schatz einst in die Schätze sah,
Als neidlos sich die Blicke trafen
Und Finger, liegend in den Harfen,
Noch spielten wie die Engel, die,
Auf Erden keine Zukunft habend,
Auf ihren gebrochenen Flügeln spielten.
Lass ihnen die Sonne da
Und sag, es sei Andromeda.
Die im Gedenken eines Mannes
Kam und ihren Mann fand.