Lebenszustände

Betrachtung zum Thema Beobachtungen

von  Reliwette

Das sollte es nicht geben,

dass Menschen Flaschen sammeln

und in höchster Not vergammeln

oder mit den Ratten leben!


Nur nach Materiellem streben,

nicht mehr nach den Sternen schauen

und ein Haus auf Sand erbauen.

Das wird wenig Sinn ergeben


Von dem großen Haufen nehmen,

stets Profit ins Auge fassen,

sich in Hochmut treiben lassen,

danach sollte niemand streben


Volle Fässer, volle Mägen,

trügerisches Potential

und man hört beim Abendmahl

das Geräusch von Kettensägen





Anmerkung: Kettensägen, die nicht der Holzernte dienen,

                   sondern eine Revolution andeuten.


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Kommentare zu diesem Text


 S4SCH4 (22.10.26, 13:59)
Hallo Hartmut,
 
deine Zeilen fangen an bei den Verlieren des Systems, gleiten weiter über das Streben nach Materiellen hin zu den vermeintlichen Gewinnern („stets Profit ins Auge fassen“), landen wieder beim Streben durch Immaterielles („…Hochmut…) und schließen gekonnt mit einem Bild, dass als Zusage zu Gott gilt, mit dem gebrochenem Brot gefeiert wird, und jäh unterbrochen scheint vom Gekeife einer Kettensäge, die nicht nur den Körper bricht, sondern schlimmer noch als die Axt im Walde wütet.

Das letzte Bild steht in meiner Lesart also für die Unfähigkeit der Menschen, einen Frieden untereinander und miteinander zu finden, vom Frieden zu Gott ganz zu schweigen, zu stark verflechtet und verwunden im Streben (wiederkehrendes Motiv zwischen den arm/reich Strophen) ist das Gefälle aus den-da-Unten und den-das-Oben.

Ein komprimiertes Werk, das, ohne den Zeigefinger (allzu sehr) zu heben, mit gellenden Tönen aufmerksam macht auf unsere Missstände und Bühnentauglichkeit für eine kleine Performance besitzt. (Mit der Kettensäge einen Laib Brot schneiden, hätte man vom Jesus sicher selten gesehen.)
 
Danke fürs Werk, Herzlichst,
Sascha

 Reliwette meinte dazu am 22.10.26 um 14:09:
Hallo Sascha, 
meine Rundumschläge sind bekannt, ich verzichte auf zu viele Einzelheiten. Meine Erfahrung lehrt mich, dass Menschen, die nur mit dem Nötigsten auskommen müssen, viel enger zusammenrücken als die "Opfer der kapitalistischen Lebensweise." Du hast meine Zeilen auseinander gedröselt. Hab Dank, mein Freund!
Hartmut
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