Heimat gekündigt ...

Prosagedicht zum Thema Internet

von  S4SCH4

Die Heimat gekündigt

Alle verabschieden sich nett

Mit freundlichem Wort

Vom bald vernichteten Ort

 

"Wir werden schon durchkommen"

So stark und so weise der Klang

Von einem Licht, das so ausgeht

In der Dunkelheit ausgeht

 

Niemand erwartet, dass ein Haus

Mag es auch digital im Handwerk sein

Zu bleiben bestimmt wird

Von denen, die es bewohnen

                                            -lieber irrt

 

Ein Geist durchs Gemäuer

Spricht davon wie es einst gewesen

Und verschreckt was just genesen

Vom Wasser, vom Feuer

 

Niemand möchte Trauerzeit nehmen

Doch manche stehen mit ihren Kehlen -

So kloßdick vor dem Spiegel und weinen

Als würde sie ein Ende noch vereinen

 

Doch das Ende ist nah

Von der Heimat die bald war

Der digitale Bau

Für viele real und genau

 

Und er hieß einst …

 

Wie wird in hundert Jahren sein, wenn digitale Nomaden ihr digitales Heim verlieren? Wenn NFTs ihren Wert verlieren und von Banken eingezogen werden? Wenn der KI- Algorithmus darüber entscheidet, welche gesellschaftlichen Chancen man hat, wenn die Schreie nach digitaler „Absicherung“ laut werden … da wird man zurückschauen und sagen:
Vor einhundert Jahren noch, kündigten Besitzer von Internetplattformen aus ihren eigenen Gründen heraus die Heimat, sowie vor fünfhundert Jahren Großgrundbesitzer Familien kündigten, weil jene ihr Vieh grasen lassen- oder nach Öl bohren wollten.  



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Kommentare zu diesem Text


 lugarex (25.10.26, 09:15)
bravo!

 S4SCH4 meinte dazu am 25.10.26 um 09:23:
Moin luga, danke DIr. lieben Gruß
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