Mein persönlicher Blick

Text

von  Vaga

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Die Augen, die hier ein Gegenüber direkt fixieren, sind meine eigenen. Sie sind real und Metapher zugleich. Doch die Textmaske um das Sichtfenster des (noch geöffneten) Umschlags herum enthält Hinweise zur Entschlüsselung meiner Gedanken, die im innenliegenden fiktiven Brief durch die Schrift sichtbar und somit zum Ausdruck kämen.

Wie oft bin ich in all den Jahren hier im Forum in die Interpretations-Falle getappt! Ich habe Zeilen seziert, das lyrische Ich mit der realen Person gleichgesetzt und versucht, den Menschen hinter dem Text zu greifen. 

Dieses Bild ist für mich mein visueller Denkanstoß für dieses Verwirrspiel: Ich glaube, jemanden zu erkennen, und blicke in Wirklichkeit vielleicht doch nur auf eine sorgsam konstruierte Projektion.

So bleiben für mich die Fragen im Raum:

Verstecke ich mein wahres Ich hinter dem Ich in meinen Texten? 

Ist die Schrift ein sichtbares Indiz für die unsichtbaren Gedanken, die ich schriftlich fixiere und offen lesbar mache?

Kann ich meinem intuitiven Blick vertrauen, wenn er das wahre Ich in dessen Schrift zu erkennen glaubt?


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