Das Funkeln in dir

Gedicht zum Thema Beobachtungen

von  AnneSeltmann


Es beginnt kaum hörbar,
ein kaum gewolltes Aufleuchten,
das sich zwischen zwei Atemzügen versteckt.
Ein Überschuss aus Stille,
der sich nicht vertreiben lässt.

 

Ich sehe, wie es sich ausbreitet,
randlos,
als wüsste es mehr über dich
als du selbst.
Manchmal hält es sich zurück,
legt sich wie Staub
auf die inneren Fenster,
wartet ab,
ob du es tragen kannst.

 

Es funkelt nicht laut,
nicht für die Welt,
es hat keinen Anspruch
auf Bühne oder Beweis.
Es spricht in Schimmern,
in winzigen Bewegungen,
wenn du glaubst, du seist allein.

 

Vielleicht merkst du es,
wenn du stolperst,
wenn plötzlich ein Gedanke
heller ist als alle anderen
und du nicht weißt,
woher er kommt.

 

Vielleicht auch erst später,
wenn das Licht
einen ganzen Tag lang
nicht von dir lassen will.

 

Es ist das Funkeln,
das bleibt,
wenn du dich verlierst.
Das dich findet,
wenn du zu weit gehst.
Das sich verdichtet,
wenn du brennst,
und dich hält,
wenn du zu Asche wirst.

 

Ein Funkeln,
das nicht fragt,
nur da ist.
Eine Art innerer Kompass,
der nicht nach Norden zeigt,
sondern nach dir.

 



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Kommentare zu diesem Text


 Regina (19.11.25, 15:41)
Subtil beobachtet und ausgedrückt.

 AnneSeltmann meinte dazu am 22.11.25 um 14:39:
Vielen Dank Regina!

 Moppel (22.11.25, 11:43)
wie wunderbar du schreibst, liebe Anne. Als würdest du nur für mich schreiben, so fühlt sich das an. 
Ich nenne das, was du so poetisch als "inneres Funkeln" bezeichnest Selbsterhaltungstrieb.
lG von M.
Danke für deine Gedichte.

 AnneSeltmann antwortete darauf am 22.11.25 um 14:40:
Es ist mir eine Freude, wenn dir meine Gedichte gefallen!


Liebe Grüße in deinen Samstag

Anne
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