Rom

Gedicht zum Thema Andere Kulturen

von  AnneSeltmann

rom, vielleicht

beginnt es im hals—

dieses trockene gefühl

von stein, der sprechen will


zwischen zwei straßen

verliert sich ein name,

bleibt hängen

im eisen eines balkons


du hebst den kopf

und alles ist höhe:

fenster, die nichts verraten,

und himmel,

der sich nicht entscheiden kann


es riecht nach hitze

und nach etwas,

das einmal wasser war


auf den stufen

sitzen minuten,

eng nebeneinander,

als hätten sie angst

vor dem weitergehen


eine katze

blinzelt durch jahrhunderte,

ohne sich zu bewegen


und du—

nur für einen moment—

glaubst,

dass stille

hier nicht abwesenheit ist,

sondern eine form

von geduld




Anmerkung von AnneSeltmann:

Derzeit auf Reise in Rom

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Kommentare zu diesem Text


 franky (24.03.26, 08:58)
hi liebe Anne, 

"auf den stufen
sitzen minuten,
eng nebeneinander,
als hätten sie angst
vor dem weitergehen" 


Phantastische Gedanken, sie berühren mich;  

Grüße von Franky 24.03.2026

 AchterZwerg meinte dazu am 25.03.26 um 06:38:
Diese Stelle gefällt mir ebenfalls am allerbesten!  :)

 Moppel (24.03.26, 11:53)
wow, Anne. Ungleublich schön!
lG von M.

 tueichler (24.03.26, 17:17)
Franky hats vorweg genommen. Genau diese Zeilen machen es aus. Ein klasse Gedicht, das den Augenblick für einen Augenblick einfriert. Schappöchen!

😎

 Morphea (24.03.26, 19:46)
Liebste Anne,da setze ich mich neben die Minuten und warte in einer Stadt der Ewigkeit und jeder Stein wird mir Geschichten erzählen.
ein wunderbares Gedicht zum Gedankenschlendern und verweilen...
Morphi ;)

 AchterZwerg (25.03.26, 06:44)
Rom, die Città Eterna, hat stets überdauert.
Und im Hinblick auf all die Kunst, die dort "herumsteht", wid klar, was dieser Begriff meint.

Ein wunderbares Geicht, nicht ohne den notwendigen Spritzer Melancholie.  <3

 willemswelt (06.05.26, 09:51)
liebe Anne,ich war noch nicht in Rom,aber so hätte ich es auch gern kennengelernt-beeindruckend,Liebe Grüße,Willem
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