Die Herzdame war müde …
Gedicht zum Thema Denken und Fühlen
von AnneSeltmann
Kommentare zu diesem Text
@ Anne
Die letzte Strophe gefällt mir besonders, weil sie eine Erleichterung für beide Seiten verspricht. Für die Knieenden und für die Bekniete. An dieser Stelle könnte so etwas wie ein Versuch gestartet werden die alten Rollen abzulegen.
Die Starre aufzuweichen, obwohl es sehr schwer ist etwas so eingewachsenes
zu ändern, zu verlassen. Vielleicht je weniger man spielt, desto ehrlicher muss man werden und je weniger man huldigen muss, desto mehr darf man auch kritisieren, ergo auch ehrlicher werden. LG Irene
Die letzte Strophe gefällt mir besonders, weil sie eine Erleichterung für beide Seiten verspricht. Für die Knieenden und für die Bekniete. An dieser Stelle könnte so etwas wie ein Versuch gestartet werden die alten Rollen abzulegen.
Die Starre aufzuweichen, obwohl es sehr schwer ist etwas so eingewachsenes
zu ändern, zu verlassen. Vielleicht je weniger man spielt, desto ehrlicher muss man werden und je weniger man huldigen muss, desto mehr darf man auch kritisieren, ergo auch ehrlicher werden. LG Irene
Liebe Anne,
diese Herzdame wirkt auf mich nicht wie eine Märchenfigur, sondern wie ein Mensch, der viel zu lange eine Rolle getragen hat: Würde, Erwartung, Haltung, vielleicht auch Einsamkeit. Die Krone neben die Sehnsucht zu legen, ist für mich einer der stärksten Momente im Text. Als würde für einen Augenblick all das abfallen, was man nach außen darstellen muss.
Besonders schön finde ich auch die Zeile mit dem Herzen, das nicht mehr wie Liebe erscheint, sondern wie etwas, das „zu lange zu schwer getragen wurde“. Darin steckt unglaublich viel Lebenserfahrung. Es wird spürbar, dass selbst Gefühle müde werden können, wenn man sie ständig bewachen oder verteidigen muss.
Für mich erzählt dein Gedicht davon, wie erschöpfend es sein kann, immer stark, würdevoll oder „die Herzdame“ sein zu müssen und wie kostbar die seltenen Augenblicke werden, in denen man einfach nur Mensch sein darf.
Das hat etwas sehr Zartes und gleichzeitig sehr Melancholisches.
Liebe Grüße
Sigrun
diese Herzdame wirkt auf mich nicht wie eine Märchenfigur, sondern wie ein Mensch, der viel zu lange eine Rolle getragen hat: Würde, Erwartung, Haltung, vielleicht auch Einsamkeit. Die Krone neben die Sehnsucht zu legen, ist für mich einer der stärksten Momente im Text. Als würde für einen Augenblick all das abfallen, was man nach außen darstellen muss.
Besonders schön finde ich auch die Zeile mit dem Herzen, das nicht mehr wie Liebe erscheint, sondern wie etwas, das „zu lange zu schwer getragen wurde“. Darin steckt unglaublich viel Lebenserfahrung. Es wird spürbar, dass selbst Gefühle müde werden können, wenn man sie ständig bewachen oder verteidigen muss.
Für mich erzählt dein Gedicht davon, wie erschöpfend es sein kann, immer stark, würdevoll oder „die Herzdame“ sein zu müssen und wie kostbar die seltenen Augenblicke werden, in denen man einfach nur Mensch sein darf.
Das hat etwas sehr Zartes und gleichzeitig sehr Melancholisches.
Liebe Grüße
Sigrun
altezeit (42) meinte dazu am 04.06.26 um 10:49:
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