Wenn ich einmal Großmutter bin

Beschreibung zum Thema Erkenntnis

von  AnneSeltmann

"Wenn ich einmal Großmutter bin, dann wünsche ich mir meine Jugendlichkeit bewahrt zu haben...jene, die mich mit meinen Enkelkindern auf dem Teppich rumrobben lässt oder sich mit ihnen einfach in den IC setzt, weil sie doch einmal in ihrem Leben Zug fahren wollen. Meine "greisige" Jugendlichkeit soll aber auch bewirken, dass ich nicht Kleinkariert auf all die Dinge reagiere, die meine Enkelkinder oder auch andere Kinder so verzetteln. Ich möchte nachsichtig sein, niemals mit erhobenem Zeigefinger auf die Kinder einwirken. Ich möchte sie ein wenig leiten und begleiten.
Ich möchte Zeit für sie haben und ihnen Dinge offenbaren oder zeigen, welches ich mir selbst als Kind so gerne gewünscht hätte, so denn ich eine Großmutter gehabt hätte. Aber es war nicht so.
Großmutter zu sein bedeutet nicht, dass ich nicht mehr am Leben teilnehme, dass ich alt und senil bin, denn ich kann auch sehr wohl jung schon zur Großmutter gemacht worden sein.
Das alles beinhaltet noch lange nicht die Fähigkeit zu besitzen, sich mit kleinen Erdenmenschen auseinander zusetzen
Aber so wahr mir Gott helfe, ich werde mein Bestes geben"

© Anne Seltmann

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Kommentare zu diesem Text

sterbenderschwan (48)
(19.11.06)
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 AnneSeltmann meinte dazu am 19.11.06:
Herzlichen Dank für deine Worte...und für dein Lächeln, das ich erwidere
LG Anne

 Butterblume (19.11.06)
Schöner Text, der mir zeigt, dass ich genau so eine Großmutter habe. Sie ist mir ein wirkliches Vorbild und so wie du das beschreibst, wirst du bestimmt auch einmal so Eine.
Liebe Grüße Yvonne

 AnneSeltmann antwortete darauf am 19.11.06:
Auch dir ein Dankeschön
Schön, wenn man so eine Großmutter hat. Ich kam nie in den Genuß
und auch mein Sohn nicht. So freue ich mich drauf, eine zu werden und es besser zu machen

LG Anne
(Antwort korrigiert am 21.11.2006)

 Fridolin (21.05.26, 19:08)
Das war vor 20 Jahren, dass Du Dir dieses Ziel gesetzt hast. Neugierig, wie ich bin, kann ich mir die Frage nicht verkneifen: Was ist daraus geworden, liebe Anne?

 AnneSeltmann schrieb daraufhin am 22.05.26 um 10:25:
Guten Morgen lieber Fridolin!
 
Schön, dass du diesen Text von mir noch einmal hochgeholt hast!
Weißt du … vieles davon ist tatsächlich so geworden. Meine Enkelkinder sind nunmehr 12, 8 und 4 Jahre jung.
Ich (67) robbe zwar heute vielleicht nicht mehr ganz so elegant über den Teppich wie damals in meiner Vorstellung, aber das Staunen über die kleinen Dinge habe ich mir bewahrt. Und auch den Wunsch, meinen Enkelkindern mit Wärme, Geduld und einem offenen Herzen zu begegnen.
Natürlich lernt man auch mit den Jahren! 
Nach wie vor versuche ich nie diese Erwachsene vorzugeben, die alles besser weiß und ständig den Zeigefinger hebt. Und es gelingt mir tatsächlich!
Ich glaube, Kinder brauchen vor allem Menschen, bei denen sie sich sicher fühlen dürfen. Menschen, die zuhören. Die Zeit haben. Die mitlachen können. Und die auch mal Unsinn mitmachen. Kinder erinnern sich später nicht daran, was sie alles geschenkt bekommen haben, sie erinnern bei wem sie sich sicher und wohlgefühlt haben.
Und ja — Zugfahrten gab es tatsächlich auch.  :D


Liebe Grüße

Anne

 Fridolin äußerte darauf am 25.05.26 um 06:30:
Ich glaube, Deine Enkel haben es gut getroffen; das mit dem auf-dem-Teppich-robben ist wohl nicht ganz so entscheidend. Den Zeigefinger zu zähmen dagegen ist wirklich große Kunst.
Wie üblich stimme ich Dir mal wieder in allem zu und finde nichts zum Widersprechen.
Liebe Grüße 
Fridolin
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