Caput VII
Im Augustinerkeller kehrte ich ein,
es begann mich bereits zu dürsten
und bestellte bei der Kellnerin
eine Schüssel mit weißen Würsten.
Die Würste waren vom Metzger Bauch, ¹
der süße Senf vom Händlmaier,
die Brezen aus der Hofpfisterei,
Viktualien, die ich von Herzen feier'.
Die Kellnerin sprach: "Mein lieber Gast,
du hast uns nicht vergessen.
Du wirst gewiß sehr hungrig sein.
Willst du noch etwas essen ?"
Das Fräulein sprach kein bairisch
und war sehr hübsch frisieret.
sie war bald nach der Wende schon
aus Sachsen immigrieret.
Sie trug ein Trachtendirndl
und zeigte stramme Wadl,
egal, ob Bayern, Sachsenland:
Sie war ein fesches Madl.
"Ich habe noch frischen Braten
vom jungen, fetten Schwein,
mit einer reschen Kruste,
die Portionen sind nicht klein.
Dazu gibt's Semmelknödel,
die hab' ich selbst gedreht,
und fein gekochtes Sauerkraut.
Dafür ist's nie zu spät."
"Mein liebes Kind, so bringe mir
Knödl und Schweinebraten
und auch von dem Sauerkraut,
wenn es denn gut geraten."
So saß ich und aß ich
und es hat mir geschmeckt,
die Knödl groß und die Kruste resch
und am Ende die Soße vom Teller geleckt.
Mit mir saßen am runden Tisch
Menschen, grob und kantig
und wie es sich bei uns gehört
auch manchmal bairisch grantig.
Beim ratschen gab es das beste Bier, ¹
den Augustiner Edelstoff
aus großen, gut gekühlten Krügen.
Der Eine trank, der And're soff.
Vor der Sperrstunde gab's noch Apfelkücherl
und beim Auseinandergehen
versprachen wir uns in die Hand
uns hier bald wieder mal zu sehen.
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