Unsichtbarer Feind

Kurzprosa

von  KayGanahl

Seine Liebe Dagmar opferte ihm viel viel Zeit, so ging sie auch jetzt neben ihm her. War das wenig? Bestimmt nicht! Und Augusts Tochter wurde von Dagmar herzerfüllt miterzogen, fast mütterlich behandelt. Auf beide konnte er stolz sein!
Plötzlich: "Wollt ihr nicht drüben einen Strauß Blumen kaufen?" fragte er gelassen Dagmar. Diese ging mit seiner Tochter in den Laden.
"... ich könnte mitkommen, aber ich denke nach!" warf er hinterher.

Genau dies war es wesentlich: Sie hatten ihn nervlich völlig ausgebeutet, ohne dass er es gewusst hätte, und hätte er es, er hätte sie auf der Stelle umgebracht, weil es auf Grund seiner Unabhängigkeit und Ehrenhaftigkeit notwendig gewesen wäre. Tod den Ausbeutern der Nerven, die jeden ausbeuten werden - für den Staat! Für sie, die Familie, war es nur eine "Behandlung"!

(Kurz gelistet für die Feinde, die unsichtbaren - :)
a. Tod denen, welche alles und alle zu manipulieren versuchen, um unbekannten Zielen näher zu kommen! Dies ist das einzige Gegenmittel, was Erfolg verspricht. b. Der Tod. Der Tod. Der Tod zum Reinemachen - und zwar schnellstmöglich, weil es keine andere Möglichkeit mehr gibt! Andere Möglichkeiten sind sonst nicht einmal erahnbar!
Letzteres war, ist eine Notwendigkeit, an der keiner, der davon berührt wird und vielleicht etwas weiß, vorbei kommen kann. Nur mit dem Tod kann man diese Kräfte ausschalten, denn sie unterlaufen ständig das Gesetz und alle Vorschriften. Wie man über sie immerhin weiß, sind sie auch noch mit Ermächtigungen versehen. Sie sind eine Institution. Allein die Russenmafia könnte schlimmer sein. Hierüber war sich August völlig im Klaren. Er musste handeln, so lange er denken konnte. Gern hätte sich August vor seinen Maßnahmen noch einmal fröhlich übergeben. ... als er unterwegs war ... seinen Frust heraus gekotzt und damit die Straßenflächen vor sich beschmutzt, aber er war so frustriert, dass er nicht einmal das tun konnte.

Gedankenlos und sprachlos trotz der Frustration schlenderte er mit Dagmar und seiner Tochter an Schaufenstern, Mülleimern, geparkten Straßenkreuzern und Kinderwagen vorbei. Aber das Kotzen gelang ihm nicht. So "fand" er zuletzt in einen verlassen aussehenden Gasthof, zog sich einen Magenbitter rein. Er war nicht zu beruhigen. Seine Frau Dagmar saß neben ihm, hatte das spielende Töchterchen an der Hand. Er war jetzt wirklich aufgelöst, weil er sicher war, dass er persönlich Hand anlegen musste. Außer auf sich selbst, konnte er sich auf keinen anderen Menschen auf der Welt mehr verlassen.
"Tod denen!" sagte er vor sich hin. "Tod denen!!"


Kay Ganahl
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