Literatur braucht (k)einen Verlag

Kurzprosa zum Thema Aktuelles

von  KayGanahl

Literatur braucht (k)einen Verlag (wen wundert's?). Er, ein Mann namens Triptychaan, ist der Schriftsteller, der natürlich seine Leser braucht.
Der Sommer hat gerade angefangen, Bikinimädchen laufen fröhlich über die asphaltierte Straße, an deren nächster Ecke ein Kiosk mit den neuesten Zeitungsangeboten steht. Triptychaan hat noch vor einer Minute aus dem Fenster geguckt.
Literatur braucht einen neuen Verlag! Das ist doch klar. Und auch im Sommer wird geschriftstellert, da gibt es nichts, zumal es ein Beruf sein soll, nicht nur eine Berufung.
Über Mittag ist es sehr heiß. Mit dem Lunch wird es so schnell nichts werden, denn er hat literarische Einfälle, die ihn innerlich umtreiben und vom ganz Gewöhnlichen im Leben abhalten. In diesem Augenblick sitzt er auf der Couch des im spanischen Stil eingerichteten Wohnraums und sinniert. Das konstruktive literarische Nachdenken ist auch angesagt. Er fühlt, dass er dran bleiben muss. Er braucht volle Seiten. In den vergangenen Tagen war er doch sehr aktiv, warum nicht auch heute? Das nächste Buchkapitel wird er schaffen, da ist er ganz hoffnungsfroh. Überhaupt ist seine heutige Stimmung für den Kreativvorgang die beste Voraussetzung.
Vorhin - es ist vielleicht zwanzig Minuten her - hat er sich, auf dem Bett im Schlafraum sitzend, mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn gewischt. Auf seiner rechten Kniescheibe ist eine Abschürfung zu sehen, die er gekühlt hat. Er erinnert sich: hat gestern, am Vormittag, mit Mady ein paar gymnastische Übungen am Badestrand gemacht, die ihm nicht besonders gut gelangen. Inzwischen hat er sich erholt.
Mady liegt liegt nebenan, schnarcht recht laut. Mittags wird geschlafen - er aber, der "Seufzerkönig" Triptychaan, will seine Werke verkaufen, weshalb sein Fleiß auch an Urlaubstagen nicht enden darf.
Er hat sich wieder um einen Verleger gekümmert, ... nun ja, dieses Mal ist es eine Verlegerin. Gestern hat sie ihn im Urlaub angerufen. Und er hat gleich richtig reagiert, indem er sich von ihrem riesigen Selbstbewusstsein nicht einschüchtern ließ.( FIKTIVES WERK)

by Kay Ganahl

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