Verinnerlichung

Gedichtgedicht zum Thema Ewig/ Ewigkeit

von  Ralf_Renkking

Die Theorie versichert ihre Richtigkeit,
an welchen Tagen allerdings der Fortschritt wartet
zeigt die Zukunft ihren Zeugen
erst nach Ablauf der Geduld,
die Atmosphäre setzt das Wesen
unter Spannung, Funken fliegen
durch die Abkehr aus der Bahn
in unbewegtes Mitleid,
rastlos steigen Wirklichkeiten aus,
dem Morgen überreizt
die Ansicht jeden Blick.
Manch Leben sucht nach Spuren der Verlässlichkeit,
doch aller Augenscheinlichkeit gemäß
misslingt das Streben nach Zufriedenheit
schon vor dem ersten Schritt.
Die Rücksicht trotzt dem quälenden Versuch
der Wahrheit zu entkommen, kaum.
Das Fleisch vergeht.

Erschütterung stellt das Gebot der Wichtigkeit,
es zeichnet sogar die Gefühle mit Verstand,
doch wer die Schatten tränkt
hat schon von vornherein verloren,
da alles Licht die Muster der Vergangenheit versengt,
um auf dem Rücken der Veränderung
ein ausgesucht natürliches Gebilde aufzutragen,
das kein Gesetz je aus der Fassung bringt,
am Faden der Vernunft
verstrickt sich alle Welt,
aus der Versenkung treten längst
die unerwünschten Zeichen in den Sog
der abgrundtiefen Elemente,
das Segel der Berechtigung
ragt noch ein gutes Stück aus der Melancholie,
an losen Enden hängt bereits die Finsternis,
dem welken Wirken ihres Willens zugetan
verderben Windungen im Nebelschein.
Endgültigkeit ist schon
ein denkbar schlechter Plan.

Die Handlung untermauert ihre Nichtigkeit
und Zeit ist somit transparent genug,
aus ihren Wunden kriechen
die Gedanken einem Los entgegen,
welches keine Absicht in sich birgt,
da es Entwandlung trägt.
Das Wort sucht den Verwendungszweck,
der Wille jedoch schweigt
bis auf das Blut,
nur Freiheit kennt den Weg.
So wie es niemals war,
so wird es ewig sein,
zwar bildet Hoffnung keinen Wert im Vakuum,
doch bleibt auch die Verzweiflung nun zurück,
denn Glauben prägt dem Wissen
seinen Stempel auf
und umgekehrt,
bis auch die Seele ruht.


Anmerkung von Ralf_Renkking:

Vierfachsonett.

Kommentare zu diesem Text

Stelzie (55)
(24.01.20)
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 Ralf_Renkking meinte dazu am 24.01.20:
Hi Kerstin,

die Geschichte mit der Dreifaltigkeit allerdings finde ich höchst interessant. Sie lässt sich durchaus auf Körper, Geist und Seele übertragen. Dazu fällt mir auch das zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Paderborner Dom gestaltete Hasenfenster wieder ein, ebenfalls ein Symbol für die Dreieinigkeit.

Ciao, Frank

P.S.: Danke auch für Deine Empfehlung
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