Der Vortragende

Kurzprosa zum Thema Gleichgültigkeit

von  tulpenrot

Er hat alles im Griff - scheint er zu glauben - völlig überzeugt davon, dass er der Verständige ist, richtungweisend  für andere. Er ist der viel beachtete, kundige Wissenschaftler.

Doch in seinem Mund fehlen einige Zähne. Vielleicht höre ich ihn daher nur undeutlich. Seine Worte wirken obendrein unangenehm trocken. Es fehlt an Brillanz und Kontur. Vielleicht könnte ein Mikrofon helfen, denke ich.

Im Tagungsraum ist es stickig. Ich trinke Wasser, es perlt im Glas. Und mein Stift kratzt auf scheußlichem Papier.

Dich scheint das alles nicht zu stören. Du bist konzentriert und aufmerksam, geradezu andächtig achtest du auf jedes Wort. Er ist alt geworden, wirst du am Schluss der Veranstaltung sagen. Was das zu bedeuten hat, weiß ich nicht. Ich bin ja auch nur deine Begleiterin gewesen.


Anmerkung von tulpenrot:

wieder ein Versuch, aus alten Kritzeleien etwas zu machen

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