Der Himmel schwebt knapp über den Dächern

Kindergedicht zum Thema Nachdenken

von  GastIltis

Der Himmel schwebt ganz knapp über den Dächern,

er wird nur durch Masten und Türme gestützt.

Wenn Opa los donnert, ertönt 's laut und blechern,

dann bleibt schön ernst, damit 's nicht noch blitzt.


Wo gar keine Häuser stehn, legt sich der Himmel

mit einer der Musen ins moosweiche Gras.

Dort lauscht er der Glockenblumen Gebimmel

und hat wie der Schmetterling seinen Spaß.


Über dem Wald ist der Himmel noch offen,

weil da Myriaden und Singvögel ziehn.

Und Schäfchenwolken, die zu Mittag hoffen

auf Blüten und keimendes Wipfelgrün.


Nur euch, liebe Kinder, sperrt man in Klassen,

weil ihr sonst draußen kränkelt im Tann.

Zu Ostern wird Frischluft herein gelassen

und in den Herbstferien irgendwann.




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: plotzn, Agnete, indikatrix, tulpenrot, franky, AZU20, Taina, TrekanBelluvitsh, Jo-W.
Lieblingstext: tulpenrot, Jo-W., franky.
Ernst bleiben!

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Kommentare zu diesem Text


 TrekanBelluvitsh (21.11.22, 11:37)
Na, im Klassenzimmer kann man die Kinder mit  bunter Malkreide auch davon ablenken, dass der Himmel monochrom ist. So viel zu Reach for the sky...

 GastIltis meinte dazu am 21.11.22 um 12:49:
Danke Trekan,
dazu braucht man nicht unbedingt ein Klassenzimmer. Als ich mit meiner Enkelin vor Jahren (jetzt ist sie elf) einmal Malübungen auf einem großen Blatt Papier durchführte, ordnete sie ihre Wolken sehr weit unten an. Auf meine Frage, warum sie denn so weit unten sind, antwortete sie ohne zu zögern: "Sie gehen heute zu Fuß!"
Den Griff in den Himmel oder zu den Sternen kann man auch anders zeigen. Dafür sende ich dir ein paar Zeilen, die leider nicht gemeinfrei sind.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.

 AZU20 (21.11.22, 12:54)
Ich denke, Pausen sind doch ziemlich häufig und bei schönem Wetter...! LG

 GastIltis antwortete darauf am 21.11.22 um 13:21:
Richtig Armin,
aber auch die Knastologen bekommen Freigang. Oft sogar begleitet. Und was nützt es? Sie werden doch rückfällig, weil ihnen die gesiebte Luft so ans Herz gewachsen ist! (Das ist natürlich stark übertrieben und soll keine Diskriminierung unseres sehr humanen Strafvollzuges bedeuten!)
LG von Gil.

 Jo-W. schrieb daraufhin am 21.11.22 um 22:10:
Hallo,lieber Freund Gil,in meiner Kinderzeit gab es ein kleines Lied,dass ich früh kennenlernte und mich später beeinflußte ,Lehrer zu werden : `Die Luft ist so blau und das Tal ist so grün,Herr Lehrer,wir wollen spazieren gehn`-ja,so ist es,mit Entscheidungen des Lebens--einen schmunzelnden Gruß-Freund Jo

 GastIltis äußerte darauf am 22.11.22 um 14:30:
Danke, lieber Jo,
das war sicher eine gute Entscheidung von dir. Ich hatte es in der Schulzeit überwiegend mit Lehrerinnen zu tun. Die konnten mich nicht dazu überzeugen, meine spätere Laufbahn in ihre Richtung zu lenken. Überhaupt herrschte dadurch, dass mein Vater den Krieg bzw. die Gefangenschaft nicht überstanden hatte, keine Klarheit über die Zukunft. Aber das wäre eine andere Geschichte.
Sei herzlich gegrüßt von deinem Freund Gil.

 Agnete (24.11.22, 20:10)
sehr poetisch beschrieben, lieber Gil, wie man Kinder heute von der Natur entfernt. Ihnen die Beziehung dazu nimmt. Welches Kind hat denn schon mal eine Kuh gestreichelt oder gar mit trockenen Fladen geworfen? Welches hat beeren gesammelt im Wald, Sternmpopos befühlt? Meine Tochter damals noch und mein Enkel, weil wir es wichtig finden.
LG von Agnete

 GastIltis ergänzte dazu am 25.11.22 um 12:12:
Danke Agnete,
so ist es. Man kann mit der Umkehrung der Wirklichkeit auf die echten Probleme hinweisen. Oder es natürlich lassen. Aber wir wollen es nicht. Wir mögen schließlich die Zukunft. Ich wundere über jede Aussage von Leuten in den Medien, die von Kindern nichts wissen wollen. Sie wissen nicht, was sie tun.
Viele liebe Grüße von Gil.

 plotzn (25.11.22, 12:33)
Servus Gil,

manchmal schwebt der Himmel tatsächlich knapp über den Dächern, wenn die schweren Regenwolken tief hängen. Dass sie auch zu Fuß gehen können, hat mich sehr erheitert - man lernt nie aus...

Frische Grüße (aus einen soeben durchgelüfteten Zimmer)!
Stefan

 GastIltis meinte dazu am 25.11.22 um 14:21:
Danke Stefan,
sollten wir auch nicht, das Nieauslernen. Bei dir besteht ja noch ein wenig Hoffnung, bei mir weniger. Ich sollte wohl mal wieder, damit das Geld nicht noch mehr an Wert verliert, irgendwo 12,80 € anlegen. Vielleicht hilft mir das ja, mein kulturelles Niveau noch ein wenig aufrecht zu erhalten, vorausgesetzt, du hast beim Groß-Reimemachen nicht die (größere) Hälfte bei mir abgekupfert, um sie zu versilbern.
Mit ernsten Grüßen verbleibe ich, auf eine durchschlagende Antwort wartend, in Lauerstellung. Herzlich Gil.

 plotzn meinte dazu am 28.11.22 um 13:53:
Wie? Du hast "Das große Reimemachen" noch nicht?? Wie konntest Du denn bisher Deine Gedichte schreiben???

Zum Glück ist ja bald Weihnachten...

 GastIltis meinte dazu am 30.11.22 um 11:54:
Ja, frage ich mich auch ...
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