warm wie

Erzählung

von  minze

Er weiß, es ist unangemessen, denkt man den Kontext, aber wir sehen uns schon zum wiederholten Mal. Als er schräg hinter mir steht und ich mich wieder fertig anziehen möchte, flacht die Stimme ab. Ich finde es nicht gut, wie Sie Fahrrad fahren, ich meine, fast nackt. Du solltest das nicht tun, es ist leichtfertig. Er meint es schützend, als vorsichtige Warnung. Im Moment seiner Rede wird mir schon schlecht, sofort ist eine Scham da. Eine, die wie warme Pisse an mir herabrinnt, wie diese ist sie schlimm und schön. Ich finde mich gerahmt in einer Blöße, pur vor ihm und seiner Offenheit wieder. Dass er sich traut, es anzusprechen, dass er sich verhält zu etwas, was er gesehen hat, etwas, was er vorgeben könnte, nicht gesehen zu haben oder anders: wovon er sich hätte abwenden können. Ich bin süß und verdorben, er muss das in Kauf nehmen, er nimmt es sich im Moment von beidseitiger Schwäche. Ich will hinknien in Verwirrung, er greift gleich ein, zwischen mich, fängt mich gleich zwischen den Beinen, geht ganz hinein und nimmt mir die Blöße, er gibt ihr ein Heim.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram