ENTROPIE

Gedicht zum Thema Kosmos

von  hermann8332

ENTROPIE


Vor uns das verlöschende Licht

Roter Zwerge


in schwarz lastenden Fernen


Wenn sich die Himmel entsternen

bleibt nur der Kältetod :


die Kelvin – Fratze des Big Freeze

lauernd im Schatten der Hintergrund-

strahlung


neben dem Omega – Punkt


Sie öffnet bereits den Rachen

und zeigt ihren nichtigen Schlund


Allem das Nihil droht …


Auf Treppen

aus fügsamen Ammoniakschnee

steigen die Traumfiguren

endlos seit eh und je


empor über der Station


in den Eishimmel des Titan


und schauen uns verzweifelt an


weil sie verstehn

daß sie -wie wir- nun bald vergehn



Koinzidenzen der Ungelegenheiten

erratisch in Jupiters Himmel steigen


und sich chaotisch ausbreiten



Das

Nihil

macht

alles

instabil


Und gibt der Entropie recht

welche sich frißt ins Zeitgeflecht


Sternengedanken , Spiralträume

Gaswolkenschäume


die sich auseinander drehn


und in der Unendlichkeit vergehn


Alles

diffundiert

Alles

expandiert

bläht sich

sinnlos

wird ultragroß


und wertlos


inflationär


hat keine Bedeutung mehr


während wir auf den Stationen

die wir seit dem Exodus bewohnen

um das Brot der Geister flehn


und mit unseren Bettlerschalen

kriechen


statt wie früher frei zu fliegen


zu den letzten trüben

kraftlosen Energieportalen


die bereits versiegen



Wir


werden


ins


Nichts


eingehn













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