Hypnotisch

Gedicht

von  niemand


Im Rachen der Schlange

die Rose erblüht

ein Bild das zuweilen

sie lange noch sieht


nach Wochen

nach Monden

nach Jahren


In sich das Kaninchen

das willenlos starrt

auf die Rose

die Schlange

in beide vernarrt

verharrt es

in tiefer Hypnose


Wie gespalten die Zunge

spricht und nichts hält

wie die Blüte sich öffnet

das Blatt

langsam fällt


wie die Schlange sich bläht

bevor sie entleibt

wie alles vergeht -


das Kaninchen nur

bleibt



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (17.03.25, 06:17)
 Liebe Irene,

Schlange und Rose sind zwei symbolträchtige Bilder, die allgemein für Gefahr und Schönheit oder auch Verführung und Unschuld stehen. Im weiteren (alttestamentarischen) Sinn zudem für Erkenntnis.

Das Kaninchen (als vermeintliches Opfer) verharrt in einem schockähnlichen Zustand und ist der "Werbung" der schönen und klugen Schlange hilflos ausgesetzt.

Ein hyptnotischer Zustand vergeht mit der Zeit - die Unschuld aber überlebt wie einst Jonas im Walfischbauch.

Ein interessantes Gedicht! <3

 niemand meinte dazu am 17.03.25 um 11:06:
vielen dank für deinen kommentar, der mich natürlich sehr freut.
die thematik hat mich lange beschäftigt, da ich mein inneres kaninchen schon erlebt habe. Ich glaube, dass wir alle ein solches
zur hypnose bereites teil-ich haben. etwas was uns entgegen des verstandes und der vernunft dazu bringt einer faszination quasi zu erliegen, bis hin zur selbstaufgabe. das ist ein teil der natur. mit unserem verstand könnten wir dagegen setzen, ist aber nicht so leicht. es war auch nicht so leicht eine anständige form für dieses
gedicht zu finden, ohne in eine art larmoyanz zu verfallen ;) 
die ich unbedingt vermeiden wollte.
mit lieben grüßen und nochmaligen dank, irene
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