Stille

Gedicht zum Thema Innenwelt

von  AnneSeltmann



die erde
hat sich tief in sich selbst verschoben

 

ein wort
liegt zwischen uns
leicht wie tau
und ich halte es
als könnte es zerfallen

 

unter der zunge
wächst ein moos
das erinnerung küsst
und stille blumen
lässt es blühen

 

wir sitzen
in einem raum
aus ungesagtem
jeder atemzug
eine tür
die halb offen steht

 

du hast nie gesagt komm
und ich war längst da

 

wir hielten
das ungesprochene
wie ein licht
das nicht verlöscht
von innen her

 

meine stille
trägt deinen namen
buchstabe für buchstabe
auf der haut
als leises brennen

 

und wenn du gehst
nimmst du mit
mein wort
das nie fiel
doch wurzeln schlägt
und wächst



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (29.08.25, 15:35)
Eigentlich besteh Dein langes Gedicht aus vielen kurzen, die für sich alleine stehen könnten. Mir persönlich gefallen die Strophen 1, 3 und die letzte.
Die sind einfach nur GUT. Letztlich aber eine  reine Ansichtssache   :)

LG niemand
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