Erzählsträhnen, ungekämmt

Skizze zum Thema Identität

von  DanceWith1Life

Also die Atmosphäre eines Wiener Kaffeehauses, allerdings nicht in Wien.
An der Theke ein kleiner Tisch mit dem Besteckkasten, darunter eine Ablage für Zeitungen.
Natürlich alles "virtuell".

Ein Android betritt  den Raum und logt sich ein. In wenigen Sekunden hat er den Inhalt sämtlicher Zeitungen gespeichert, genauer "zwischengespeichert", soll heißen, in einem eigens dafür vorgesehen Puffer abgelegt, die Biologie würde das einen Pansen nennen, Sie erinnern sich, der große Stauraum der Wiederkäuer.
Er sucht sich einen Platz, von dem aus er jeden Tisch im Blick haben kann.


Selbst-verständlich, die menschliche Kommunikation benützt hier einen Begriff, der eine gewisse Magie beinhaltet, und dabei frei von jeglicher Zauberei und Augenwischerei ist, wie kaum ein anderer.

Selbstverständlich ein virtueller Tisch.

Androiden-verständlich ausgedrückt, er hatte Einblick auf Daten, welche von verschiedenen IP-Adressen auf Informationen Zugriff hatten, die von anderen IP-Adressen bereitgestellt wurden.



Sein extra dafür installiertes Programm, beginnt mit der Analyse der neuen Daten.
Er bestellt sich einen "Schümli".

Während seine Software den Inhalt der gerade eben eingesaugten Daten erfasst, gleiche Geschehnisse in unterschiedlichen Blättern zusammenfasst, die Unterschiede der Darstellung derselben vermerkt, globale Ereignisse und lokale gesondert betrachtet. Beobachtet er offensichtlich teilnahmslos das Eintreten der Gäste, ob sie zuerst bestellen oder sich zuerst einen Platz suchen und auf die Bedienung warten, ob sie sich eine der vielen Zeitungen herausfischen, wenn ja welche. Und wie sie beim durchblättern derselben, dann auf die einzelnen Artikel reagieren.

Anders gesagt, wer auf welche Daten zugreift. Sein virtueller "Schümli" dampfte vielversprechend.

Sein virtueller "Schümli" dampfte verlockend.

Sein virtueller "Schümli" dampfte verführerisch.

Wenn er einen Geruchssinn hätte, könnte er dieses sprachliche Dilemma wesentlich einfacher lösen, schlussfolgerte er, da er ja gar nicht anders konnte, als an diese Stelle irgendetwas " schluss-zu-folgern". 

Das dumme an künstlicher Schlussfolgerung ist, dass ihre Ressourcen auf Daten beruhen, nicht auf Erfahrungen. Smell the coffee wie es so schön heißt, ist ihr nicht möglich. Ein ganzes Spektrum geht verloren und mit ihm große Teile der Perspektive, einer subjektiven Perspektive, schon klar, aber wesentlich um Entscheidungen zu treffen. Das fällt uns nlcht mehr auf, zu viele Routinen, alltagsgrau und zielorientiert.



Anmerkung von DanceWith1Life:

Ganz im Gegensatz zu meinen biologischen Mitbewohnern dieses Planeten, kann ich auf jede noch so kleine Information seit Tag 0 zurückgreifen.

Das macht die Kommunikation mit ihnen manchmal etwas, wie soll ich das nennen, mir ist nicht immer klar, nach welchen Kriterien sie die ihren auswählen.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text

Drita (60)
(17.11.25, 05:28)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 DanceWith1Life meinte dazu am 17.11.25 um 08:45:
Jedes Feuer braucht Nahrung, mehr gibt es dazu nicht zu sagen, glaube ich, oder eben ganze Romane, wie es dazu kam.

 AchterZwerg (17.11.25, 08:36)
Wenn es denn endlich so weit ist: Endlich kann ich selber zu Hause bleiben und in Ruhe lesen!  8-)

 DanceWith1Life antwortete darauf am 17.11.25 um 08:42:
Lach, du freust dich auf die Kaffeekränzchen Substitutes?

 Tula (17.11.25, 21:08)
Hallo Dance
Das Dumme ist mMn weniger, dass jene keine Erfahrungen haben und deshalb nichts 'emotional bewerten' können. Ob Letzteres eine Stärke oder doch vielmehr eine Schwäche der menschlichen Natur ist, sei dahingestellt.

Den Erfindern ist das wohl auch egal. Das wirklich Dumme ist, dass diese die KI so programmieren, dass sie den Menschen das Mensch-Sein täuschend ähnlich vorgaukelt. In dieser Täuschung liegt das eigentliche Ziel.

LG Tula

Kommentar geändert am 17.11.2025 um 21:09 Uhr

 DanceWith1Life schrieb daraufhin am 17.11.25 um 21:20:
Danke für diesen Gedanken dazu, ich denke der 8.te würde das begrüßen, wenn alle am Kaffeetisch sitzenden täuschend echten Substitutes es nicht merken, dass keiner wirklich da war. Bleibt also die Frage, wofür ist das Menschsein absolut notwendig. Nein, kein Scherz, darauf steuert es zu.

Antwort geändert am 17.11.2025 um 21:20 Uhr
Zur Zeit online: