Gebrochene Herzen träumen nicht, sagtest du. Ich widersprach nicht. Dachte nur nach. Es gab Träume, die im Schatten geboren wurden, nicht im Licht. In der Umarmung der Nacht atmeten und lebten. Genau so lebendig, wie die Lichtträume. Nur aus der Düsternis geboren. Sie besaßen eine fragile Tragik und Melancholie, die sie schön machte, obwohl sie hässlich waren. Die hatten scharfe Zähne, die durch halb offen Lippen aufblitzten wie Messer. Der Biss war schmerzlich, zugleich auch bittersüß. Schmerzliche Träume erinnerten ans Licht. Ein Paradox. Man sagt: Ohne Schatten, kein Licht. Banal, aber war. Manche Seelen träumen in der Finsternis. Luzider Träume, die klare Bilder matlen. Bilder von Pein und Gram, Tränen und Scham. Die das Gute nur unterstreichen und betonen. Das ein mal war. Auch wenn nur für kurze Augenblicke. Das Schöne zwischen den schwarzen Zeilen. Unausgesprochen, versteckt in Erinnerung an anderen Zeiten. Zweifler träumen am meisten. Aber das würdest du nicht verstehen.