Aufgewacht bin ich. Schweißgebadet nach dem Albtraum. Mit knirschenden Zähnen. Lieber schlaflos, dachte ich mir, als zerschlagen.
Ich hing an einem seidenen Faden, der in der Schwärze flimmerte. Du hast mir eine Schere gereicht. Wolltest du meinen freien Fall beobachten? Die Schere blitzte in meiner zitternden Hand, die an dem Faden führte. Angst lähmte mich. Würde ich ihn zerschneiden, falle ich. Ich würde durch die Leere der Finsternis fallen, wo kein Boden zu sehen ist, kein Ende. Das wäre mein Ende.- dachte ich. Ich fühlte mich beobachtet, von leblosen Augen. Sprachlosen Münder, offen, ein Wort formend und verstummend. Die Düsternis umhüllt mich wie eine Decke, die nicht wärmt. Ich friere. Nur der Faden leuchtet. Ein blasser Schimmer in der Nacht, der bald erlöschen wird. Er wird verschwinden, wie ich.
Der gähnende Abgrund ruft mich. Ich weigere mich die Schere zu benutzen. Verharre in den Moment. Meine Gedanken rasen wie verscheuchte Antilopen. Ich weiß, dass der Faden nicht lange halten wird. Er könnte jeden Augenblick reißen, so durchsichtig ist er.
Plötzlich wache ich auf. Mit Schweißperlen auf der Haut. Vor Angst zitternd.
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