Zweifel über Epstein, Journalisums und Epstein-Files

Erörterung zum Thema Medien

von  DavidW

I
Einerseits ist es für mich persönlich gerade eine unangenehme Situation. Ich glaube nicht alles, was an Mißbrauch behauptet wurde, in den letzten Jahrzehnten. Und irgendwann ist mir das textuell auch rausgerutscht.

Ich weiß, dass es Mißbrauch und Frauenhäuser und so weiter gibt...

Ich glaube andererseits zu wissen, wie einfach "Mißbrauch" erfunden werden kann.

II
Wenn man die Epstein-Texte der taz vom (ca.) 07.02 und 10.02 gegen den Strich liest, kann man auch auf abweichende Gedanken kommen.
Er selbst sah jedenfalls kein Pädophilieproblem bei sich, sondern sah sich wahrscheinlich als Wohltäter, der Studiums finanziert und tolle Jobs vermittelt hatte, und Luxusurlaube verschenkt.
Und ein hedonistisches Verhältnis zur Sexualität hatte, grob gesagt so, dass der Sexualtrieb halt zum Spaßhaben da sei. Und der seine Umwelt auch so einschätzte.

Außerdem hat er selbst auch nicht überlebt.

Zum Monster stilisiert wird so jemand grundsätzlich erst nach seinem Tod. Das Muster kenne ich von unangenehmer Seite her. Das ist jetzt das dritte, vierte Mal.

III
Das erste Urteil gegen ihn, die 18 Monate Haft, liest sich außerdem (gegen den Strich gelesen) wie eine Frechheit. Er brachte zwei Menschen zusammen, es kam zu einer Vergewaltigung. Und er wurde stellvertretend dafür bestraft. Qua schmutzigem Deal, "Menschenhandel", 18 Monate Haft.

IV
Die amerikanische Frau, die sich in der taz geäußert hatte, war dann auch doch schon 21 gewesen, als sie ihm begegnen durfte, in einem Luxusurlaub, in den er sie eingeladen hatte; keine "14" oder so.

Man soll sich nicht einladen lassen, in meiner Generation wusste man das noch, sonst entstehen Ansprüche.

V
"21" nicht "14". Da kommt man dann auch auf rechtsstaatliche Probleme:

1. Gegen Tote wird nicht ermittelt. Außer von der Journaille, oder was?

Abgesehen davon:
2. Dürfen staatsanwaltliche Akten überhaupt journalistisch verwendet werden? Am Ende sind sie kodiert, und nicht wortwörtlich wahr... : Nein.
3. Sie können fehlerhaft sein, es wurde ja noch nichts im Gericht diskutiert. Oder sogar absichtlich fehlerhaft, übertreibend oder sogar erfindend: Eine "Ermittlungslüge" darstellen.

Also, meine Antwort wäre sowieso: Nein. Da muss nichts stimmen, da kann alles kodiert sein.

4. Am Ende ist die Veröffentlichung ein riesiger Schildbürgerstreich, der nur schlechten Journalisten und verhetzten, korrupten, rechtsradikalen, aggressiven oder autoritären Frauen hilft.

5. Ein paar echte Opfer sexueller Gewalt gibt es bestimmt auch irgendwo in der Gesellschaft, die die Sache vielleicht dissoziiert (wie mich), und die sich anpassen müssen.

VI
Eigentlich wollte ich über weibliche sexuelle Belästigung & Prostitution im Internet schreiben, das kann ich jetzt vielleicht noch machen. Selbst erlebte ~

Ich hau den Text hier lieber gleich raus, diesmal...


Der Verfasser wünscht kein Feedback zu diesem Text.
Daher kann er auch nicht eingeschätzt, empfohlen oder in Deine Favoritenliste aufgenommen werden.
Zur Zeit online: