EINE REIHE SATIRISCHER GROSCHENHEFT-TITEL AUS DER FEDER VON LANA L'AMOUR-LUSTIG...
Schundroman zum Thema Fantasie
von harzgebirgler
…die moderne Marken in den tiefen Sumpf der Trivialliteratur ziehen:
1. Apple: „Das gläserne Glück von Cupertino“
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Der Plot: Die junge Siri arbeitet als einfache Cloud-Reinigerin im Mutterschiff. Als ihr der geheimnisvolle Lord iCloud begegnet, funkt es sofort – doch ihre Liebe ist nicht kompatibel mit seinem geschlossenen Ökosystem.
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Der dramatische Höhepunkt: Er schenkt ihr einen Ring, aber sie braucht einen 29-Euro-Adapter, um ihn überhaupt anstecken zu können.
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Untertitel: Ein Schicksal zwischen Lightning-Schmerz und Bluetooth-Sehnsucht.
2. Tesla: „Herzensstrom im Autopiloten“
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Der Plot: Baron Elon von Mars möchte das Herz der bodenständigen Pferdewirtin Mechthild erobern. Er versucht es mit Beschleunigungswerten, sie mit Haferflocken.
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Der dramatische Höhepunkt: Während eines romantischen Picknicks macht die Software ein Update. Die Türen verriegeln sich, und sie müssen 45 Minuten warten, bis sie die Erdbeeren essen dürfen.
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Untertitel: Bebende Akkus unter der Haube der Leidenschaft.
3. IKEA: „Im Labyrinth der schwedischen Tränen“
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Der Plot: Eine junge Erbin verläuft sich in der Teppichabteilung und trifft auf den rauen, aber herzlichen Gabelstaplerfahrer Björn.
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Der dramatische Höhepunkt: Gemeinsam versuchen sie, das Regal „KÄRLEK“ aufzubauen, doch es fehlt eine einzige kleine Holzschraube. Ihre Beziehung droht an der Aufbauanleitung (Seite 4, Bild 12) zu zerbrechen.
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Untertitel: Sechs Inbusschlüssel für ein Halleluja.
4. Deutsche Bahn: „Endstation Sehnsucht (Gleis 12, fällt heute aus)“
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Der Plot: Die junge Zugchefin Klara verliebt sich unsterblich in den Pendler Torsten. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern: Er besitzt eine BahnCard 100, sie nur ein defektes Bordbistro.
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Der dramatische Höhepunkt: Mitten im Liebesgeständnis bei Fulda bricht die Oberleitung. Sie sitzen im dunklen Waggon fest – ohne Klimaanlage, aber mit 400 schimpfenden Fahrgästen. Die lustigen Bahndurchsagen werden zu ihrem Hochzeitsmarsch.
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Untertitel: Ein Schicksal in 180 Minuten Verspätung.
5. Amazon: „Zustellung ins einsame Herz“
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Der Plot: Logistik-Milliardär Jeff sucht die wahre Liebe jenseits von Algorithmen. Er verkleidet sich als einfacher Paketbote und trifft auf die Bio-Bäuerin Anneliese, die ihre Marmelade noch ganz ohne Prime-Versand verkauft.
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Der dramatische Höhepunkt: Jeff will ihr seine Identität offenbaren, doch Anneliese hat bereits ein „Bitte keine Werbung“-Schild an ihr Herz gehängt. Zudem ist sein Paket mit dem Verlobungsring als „unzustellbar“ markiert worden.
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Untertitel: Retoure ausgeschlossen – die Liebe kam am nächsten Werktag.
6. McDonald’s: „Ein Herz zwischen zwei Sesambrötchen“
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Der Plot: Die fleißige Schichtleiterin Ronja träumt von der großen Welt außerhalb des Drive-ins. Eines Nachts steht er vor ihr: Kevin-Justin, der Erbe eines regionalen Gurkenimperiums. Ihre Blicke treffen sich über der Fritteuse.
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Der dramatische Höhepunkt: Er will ihr einen Antrag machen, doch die Eismaschine ist (natürlich) kaputt. Er kniet im Fett, hält eine Packung 6er-Nuggets hoch und fragt: „Willst du meine Plus-Eins sein?“
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Untertitel: Heiße Liebe, schnell serviert – Mayo nicht inklusive.
7. Sparkasse: „Zinsen der Zärtlichkeit“
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Der Plot: Anlageberater Herr Müller ist ein Mann der Zahlen, bis die flippige Künstlerin Aurora an seinen Schalter 3 tritt. Sie will einen Kleinkredit für Leinwände, er will ihr Herz pfänden.
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Der dramatische Höhepunkt: Bei der Prüfung ihrer Bonität stellt er fest: Sie ist arm an Euro, aber reich an Gefühlen. Er überschreibt ihr heimlich seine gesammelten Treuepunkte, während im Hintergrund der Kontoauszugsdrucker das Lied ihrer Liebe rattert.
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Untertitel: Wenn das Herz den Dispo sprengt.
8. Lidl: „Lust im Aktionsregal (Gültig ab Montag)"
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Der Plot: Die junge Kassiererin Chantal träumt von Luxus, doch ihr Alltag ist das Piepen der Scannerkasse. Dann taucht er auf: Ein mysteriöser Fremder, der zielstrebig nach dem limitierten Akku-Bohrschrauber aus der Werbung greift.
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Der dramatische Höhepunkt: Im Gang für Aktionsware berühren sich ihre Hände über einer Packung Funktionssocken. Er flüstert: „Ich nehme dich mit – heute zum halben Preis.“ Doch die Filialleitung hat den Gang bereits mit Absperrband für die nächste Themenwoche „Griechische Spezialitäten“ verriegelt.
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Untertitel: Liebe lohnt sich – solange der Vorrat reicht.
9. Die Post: „Der Briefschlitz des Schicksals“
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Der Plot: Postbote Post-Uwe hat in 30 Dienstjahren alles gesehen, nur nicht die große Liebe. Bis er einen parfümierten Brief zustellen muss, der keine Briefmarke hat, sondern nur einen Kussmund.
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Der dramatische Höhepunkt: Er klingelt stürmisch, um das Nachporto einzufordern, doch die Empfängerin ist bereits in eine Packstation umgezogen. Verzweifelt versucht er, ihr Herz per Einschreiben mit Rückschein zu gewinnen, doch der gelbe Zettel landet im Altpapier der Einsamkeit.
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Untertitel: Zustellung fehlgeschlagen – ein Herz in der Packstation.
10. Allianz: „Police der brennenden Herzen“
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Der Plot: Schadensregulierer Karsten ist ein Mann ohne Emotionen – bis die temperamentvolle Floristin Liane ihren abgebrannten Blumenladen meldet. War es Brandstiftung oder die pure Glut ihrer Leidenschaft?
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Der dramatische Höhepunkt: Karsten entdeckt eine Klausel im Kleingedruckten: „Höhere Gewalt“. Er erkennt, dass ihre Liebe genau das ist. Er wirft seinen Aktenkoffer in die Ruinen und bietet ihr eine Sofortregulierung seiner Gefühle an – ohne Selbstbeteiligung.
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Untertitel: Ein Leben gegen alle Risiken – außer dich.
11. McFit: „Hantelbank der Tränen“
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Der Plot: Pumper-Paul lebt für den Bizeps-Peak, doch sein Herz ist so weich wie ein überreifer Protein-Riegel. Im Freihantelbereich trifft er auf Yoga-Yvonne. Sie sucht das Nirwana, er nur jemanden zum Spotten beim Bankdrücken.
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Der dramatische Höhepunkt: Yvonne verheddert sich beim „Herabschauenden Hund“ in einer Multipresse. Paul eilt herbei, stemmt 150 Kilo Schicksal von ihr herunter und flüstert: „Dein Lächeln ist mein härtester Satz.“
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Untertitel: Muskelkater vergeht, doch das Brennen im Herzen bleibt.
PORTRÄT DES LITERARISCHEN MASTERMINDS HINTER DIESEN MEISTERWERKEN
Das Autorenprofil: Lana L’Amour-Lustig
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Eigentlicher Name: Horst-Kevin Schulze (62), ehemaliger Sachbearbeiter bei einer Krankenkasse, schreibt heute aus seinem Hobbykeller in Wanne-Eickel.
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Markenzeichen: Schreibt seine Romane ausschließlich auf einer Schreibmaschine mit farbigem Band, während er eine Satin-Hausjacke trägt, um „in die Stimmung des Jetsets“ zu kommen.
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Erfolgsrezept: „Ein guter Satz muss klebrig sein wie ein überreifer Pfirsich im Hochsommer – man darf ihn nicht lesen, man muss ihn abwaschen wollen.“
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Inspiration: Er findet seine dramatischen Stoffe beim Beobachten von Menschen in der Warteschlange vor dem Pfandautomaten oder beim Belauschen von Streitgesprächen im Baumarkt.
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Größter Stolz: Er hält den Weltrekord im Gebrauch des Wortes „beben“ (412 Mal in einem einzigen 60-seitigen Heftroman).
Ihr nächstes Projekt:
Nach dem Erfolg von „Hantelbank der Tränen“ arbeitet Lana (alias Horst-Kevin) bereits an einer 12-teiligen Saga über die Welt der Tiefkühlkost-Logistik: „Eiskalt erwischt vom Frost der Liebe“.