Stapeln

Text

von  blauefrau

Jetzt also die Unterwelt.


Ich sammle und ordne. Die Seelen sind das Eine. Sie habe ich nach Strich und Faden gebürstet und eingehegt. Sie bleiben hier. Gerade sind sie ruhig, fast schon zu ruhig. 

Ich nehme mir Zeit, meine Metalle zu ordnen, zu schätzen und zu prüfen. Es kommt immer Neues dazu. Industrieschrott, Chips, Nägel, nichts entgeht meinen Scherenhänden, jawohl, Edward. Auch der kleinste Metallspan wird eingehegt.


Den Schmelzofen habe ich in Betrieb gesetzt, das Wetter ist danach. Eine frische Brise weht von außen herein. Ich forme geschmolzenes Gold zu einer Kugel. Gelbe, orangene, rote Funken sprühen mich an.


Nie bin ich mir selbst so nahe wie hinter diesem Verschlag, meinem kleinen Königreich. Alles setzt sich in Bewegung, das Eisen, das Gold und all die Erze. Ich ströme mit dem metallenen Fluss und vergesse mich. 


Meine Hadeskappe verbirgt mich vor der Welt. Ich sehe mich selbst auch nicht mehr.


Dann erstarre ich wieder, ich nehme Form an wie meine Umgebung.


Ja, die nächste Fuhre könnte kommen.




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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (20.04.26, 07:32)
"Ich sehe mich selbst nicht mehr" ist in der Tat das Fazit einer Anschauung, die besagt, dass Materie das Primäre ist und Gedanken nur Sekundäres sind.

Sehr angetan  <3

Kommentar geändert am 20.04.2026 um 07:33 Uhr
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