Der letzte wunde Punkt

Betrachtung zum Thema Alter

von  Citronella

Manchmal kommt es dicke im Leben, und man glaubt nicht, dass so viel auf einmal passieren kann: Krankheiten, Diagnosen, Todesfälle im Verwandten- und Bekanntenkreis, Schadensfälle und Verluste rund ums Haus und und und ... Was tun?


Unsere Devise seit Jahrzehnten: Das arbeiten wir jetzt eins nach dem anderen in Ruhe ab. „Einer von uns muss immer gesund bleiben“, sagten wir uns, und jahrelang klappte das auch ganz gut. Wir chauffierten uns gegenseitig zu Untersuchungen, bei denen Autofahren nicht erlaubt oder nicht möglich war, und wer gerade fitter war, übernahm die Besorgungen des täglichen Lebens. Es war abzusehen, dass mit zunehmendem Alter irgendwann der Tag kommen würde, an dem beide schwächelten. Und er kam.


Aber wir lernen dazu. Öffentliche Verkehrsmittel sind in der Provinz rar, und Taxifahrten, wenn Praxen und Kliniken 20 bis 50 km entfernt liegen, können schnell ins Geld gehen. Dafür gibt es in manchen Fällen Taxi-Berechtigungsscheine von der Krankenkasse, auch wenn uns die Inanspruchnahme vorerst ein wenig widerstrebt. Und es wird irgendwann Helfer für Haus- und vor allem Gartenarbeiten geben müssen, wenn die Kraft allmählich nachlässt.


Man muss sich nur erst daran gewöhnen. Das ist der wunde Punkt, an dem wir momentan noch arbeiten.



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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (24.04.26, 11:34)
Taxi auf Kranlkenkasse gibt es nur mit Pflegestufe 3...
Ja, man muss sich dran gewöhnen und wenn man dann allein bleibt irgendwann, dann braucht man eine zuverlässige Hilfsmannschaft...
lG von M.

 Citronella meinte dazu am 24.04.26 um 11:51:
Ja, Moppel, man muss sich erst an das Alter gewöhnen – irgendwie kam es zu plötzlich ...

Für Taxifahrten auf Krankenkasse braucht man übrigens keine Pflegestufe, man bekommt sie auch bei langwierigen, regelmäßigen Therapien, bei denen sich das selber Fahren verbietet. Ist aber vielleicht von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich.

LG Citronella
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