Echo

Alltagsgedicht zum Thema Frieden

von  Moppel


 

Es ist nicht an der Zeit, zu fragen,

wenn dumpf das Jagdhorn wieder schallt

vor altem Fels im Märchenwald,

von dem sein Echo widerhallt.

 

Es ist nicht an der Zeit, zu sagen,

dass Waffen nie Probleme lösen,

zur Abschreckung in Bunkern dösen,

bis sich die ersten Schüsse lösen.

 

Es gab die Zeit, da konnt man mahnen,

sein Wort erheben, laut und klar:

Mehr Waffen heißt auch mehr Gefahr.

Ach, wisst ihr noch, wie’s damals war?

 

Wie tot erscheinen jene Bäume,

die heut ein altes Schlachtfeld säumen.

So düster, dass nichts froh mehr werde.

Zu viel sah die verfluchte Erde.

 

Habt ihr die Bilder schon vergessen?

Was treibt euch, Jäger – nur das Horn?

Was treibt euch wie im Wahn nach vorn?

Der Jäger ist des Friedens Dorn.

 

Moral wird anders nun bemessen:

Der Jäger wird zur Gottgestalt.

Zum Helden, schlachtet ohne Halt,

denn Orden winken für Gewalt.

 

Ist es noch Zeit, aufzubegehren,

sich der Verblendung zu erwehren?

Man hört des Jagdhorns dumpfen Schall.

Es wiederholt im Widerhall.

 

 




Anmerkung von Moppel:

https://duckduckgo.com/?t=ffab&q=meine+s%C3%B6hne+geb+ich+nicht+reinhard+mey&ia=videos&iax=videos&iai=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D1q-Ga3myTP4

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (06.05.26, 11:03)
Hallo Monika,

solange immer nur die Bedrohung durch die anderen gesehen wird, erscheint kriegtreibende Aufrüstung legitim.
Ein sorgfältig komponiertes, metaphorisch stimmiges Gedicht.
LG
Ekki

 Moppel meinte dazu am 06.05.26 um 15:00:
danke Ekki für das sorgfältig komponiert. Ja, wer weiß schon, wer der feind ist...lG von M.

 Saira (06.05.26, 11:12)
Dein Gedicht, Moppel, hat etwas Dunkles-Zeitloses, Moppel. Dieses dumpfe Jagdhorn zieht sich durch den Text wie eine düstere Warnung. Deine Bildern wirken: der Märchenwald, die toten Bäume, das Echo ... erzeugen eine stille Beklemmung.

Die Zeile


„Der Jäger ist des Friedens Dorn“

ist für mich dabei der stärkste Satz des Gedichts. Da steckt der ganze Widerspruch zwischen Heldentum und Zerstörung drin.

LG
Saira

 Moppel antwortete darauf am 06.05.26 um 15:03:
ja, dsas ist er, Saira. Ein Dorn , der so lange sticht, bis...
ich hatte beim Schreiben das Video vor Augen von Rheiinarhd Mey und der Band und Freunde: Meine Söhne geb ich nicht. Sehr eindruckvoll der Wald... und das Lied. Lohnt sich mal nach dem Video zu googlen... 
danke und lG von M.

 harzgebirgler (06.05.26, 13:06)
https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_zieht_in_den_Krieg 

...hätt' er mehr lassen sollen sein
denn kam als torso nur zurück
und weiß gott nicht als hans im glück
doch ließ, begeistert, sich drauf ein...

lg vom harzer

 Moppel schrieb daraufhin am 06.05.26 um 18:30:
manche sterben gerne fürs Vagterland, Harzer... Böse grins und danke von M.

 AnneSeltmann (07.05.26, 09:46)
Liebe Monika!
 
Dein Gedicht hinterlässt bei mir ein schweres, nachhallendes Gefühl — fast so, als würde das Jagdhorn tatsächlich noch lange zwischen den Zeilen weiterklingen. Besonders stark finde ich, wie hier alte Bilder von Jagd, Wald und Horn zu Symbolen für Krieg, Macht und kollektive Verblendung werden. Das hat etwas Düsteres und zugleich Zeitloses.
Mich berührt vor allem die Zeile:
„Mehr Waffen heißt auch mehr Gefahr.“
Sie wirkt im Gedicht fast wie eine einfache Wahrheit, die einmal selbstverständlich war und heute immer mehr im Lärm untergeht. Gerade dieses Erinnern an frühere Mahnungen macht den Text traurig und eindringlich zugleich.
Auch die toten Bäume am alten Schlachtfeld sind ein starkes Bild. Sie wirken wie stumme Zeugen dafür, dass Gewalt nie wirklich vergeht, sondern Spuren hinterlässt — in Landschaften, in Menschen und vielleicht sogar in der Sprache selbst.
Besonders gelungen finde ich, dass der Text nicht laut schreit, obwohl er von Krieg und Zerstörung spricht. Er fragt. Er mahnt. Und genau dadurch entfaltet er seine Wirkung. Das wiederkehrende Jagdhorn wird fast zu einem Echo der Geschichte, das uns daran erinnert, wie schnell Menschen beginnen, Gewalt wieder als Heldentum zu verklären.
Ein sehr dichter, ernster und nachdenklich machender Text.



Liebe Grüße

Anne

 Moppel äußerte darauf am 07.05.26 um 14:15:
genau so war es gemeint, liebe Anne. Es wiederholt... im Widerhall. Es wiewderholt sich, weil die Menschen nichts  lernen aus der Vergnagenheit und die Verblendung immer wieder siegt.
Pazifisten werden als naiv ins Lächerliche gezogen.
Danke dir und lG von M.
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