Echo

Alltagsgedicht zum Thema Frieden

von  Moppel


 

Es ist nicht an der Zeit, zu fragen,

wenn dumpf das Jagdhorn wieder schallt

vor altem Fels im Märchenwald,

von dem sein Echo widerhallt.

 

Es ist nicht an der Zeit, zu sagen,

dass Waffen nie Probleme lösen,

zur Abschreckung in Bunkern dösen,

bis sich die ersten Schüsse lösen.

 

Es gab die Zeit, da konnt man mahnen,

sein Wort erheben, laut und klar:

Mehr Waffen heißt auch mehr Gefahr.

Ach, wisst ihr noch, wie’s damals war?

 

Wie tot erscheinen jene Bäume,

die heut ein altes Schlachtfeld säumen.

So düster, dass nichts froh mehr werde.

Zu viel sah die verfluchte Erde.

 

Habt ihr die Bilder schon vergessen?

Was treibt euch, Jäger – nur das Horn?

Was treibt euch wie im Wahn nach vorn?

Der Jäger ist des Friedens Dorn.

 

Moral wird anders nun bemessen:

Der Jäger wird zur Gottgestalt.

Zum Helden, schlachtet ohne Halt,

denn Orden winken für Gewalt.

 

Ist es noch Zeit, aufzubegehren,

sich der Verblendung zu erwehren?

Man hört des Jagdhorns dumpfen Schall.

Es wiederholt im Widerhall.

 

 



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (06.05.26, 11:03)
Hallo Monika,

solange immer nur die Bedrohung durch die anderen gesehen wird, erscheint kriegtreibende Aufrüstung legitim.
Ein sorgfältig komponiertes, metaphorisch stimmiges Gedicht.
LG
Ekki

 Saira (06.05.26, 11:12)
Dein Gedicht, Moppel, hat etwas Dunkles-Zeitloses, Moppel. Dieses dumpfe Jagdhorn zieht sich durch den Text wie eine düstere Warnung. Deine Bildern wirken: der Märchenwald, die toten Bäume, das Echo ... erzeugen eine stille Beklemmung.

Die Zeile


„Der Jäger ist des Friedens Dorn“

ist für mich dabei der stärkste Satz des Gedichts. Da steckt der ganze Widerspruch zwischen Heldentum und Zerstörung drin.

LG
Saira
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