Friedhelm Fürst aus Bremen-Stuhr fuhr alljährlich froh zur Kur seit bislang schon dreißig Jahren die recht rasch vergangen waren jedes mal nach Bad Gastein wo die Hohen Tauern sein um am Rheuma zu kurieren und mit Damen zu parlieren welche ihn gern "Kurfürst" riefen wenn sie übern Weg ihm liefen was im Ort sehr oft geschah dazu war man schließlich da selbstverständlich ohne Gatten die woanders Schatten hatten...
Kurfürst hatte auch meist einen doch man sollte nur nicht meinen daß da mehr war als erlaubt schwer geht fehl wer solches glaubt rein platonisch war die Nähe was wenn anders sonst geschähe geht uns außerdem nichts an denn gepriesen sei ein Mann der genießt und stille schweigt und dadurch Charakter zeigt - davon hatte Fürst ne Menge trieb ihn eine in die Enge kam ihm dichter als behagt "Gnädigste, die Brosche hakt!" gab er ihr dann sanft Bescheid und prompt löste sich ihr Kleid...
Oft sah man ihn unbeschwert nachmittags beim Kurkonzert dann flaniert’ er eine Weile durch den Kurpark sonder Eile Gentleman von Kopf bis Fuß hier ein Grüßchen dort ein Gruß oh er war schon ein Charmeur stets galant à la bonne heure Kölnisch Wasser parfümiert und perfekt von Hand rasiert mit Spazierstock und Gamaschen schritt er aus mit niemals raschen Schritten wie es sich gehört und die Kurbadruh nicht stört...
Logiern tat er im Grand Hotel wo selbst der frostgen Kaltmamsell in Anbetracht von Fürstens Charme ums Herze ward ganz wohlig warm Kavalier der alten Schule stand behend er auf vom Stuhle wenn die badeschlappen Damen jeweils gingen oder kamen beugte sich sprach "Küß die Hand!" was stets regen Zuspruch fand und weil das nun mal so war fuhr zur Kur er Jahr für Jahr...
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