Die Kunst des inhaltsleeren Geschwafels

Text

von  Wastl

Der Mensch ist wie ein Gefäß. 

Dabei kann die Form des Gefäßes 

auch über den Inhalt hinwegtäuschen. 

Form und Inhalt müssen also nicht zwingend 

zusammenpassen, 

aber sie beeinflussen sich 

gegenseitig. 

Ich frage mich, 

ob wir unserer Form 

zu viel Aufmerksamkeit widmen 

und uns mehr um unseren Inhalt 

kümmern sollten, 

da die Welt um uns herum 

uns zu sehr nach unserer Form beurteilt, 

ohne unseren Inhalt 

ausreichend gut genug zu kennen.



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Kommentare zu diesem Text


 Aber (12.05.26, 01:22)
Darin bist Du der Meister, lieber Hehner.

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 11:34:
Sind wir nicht alle in irgendetwas gut?

 Verlo (12.05.26, 01:24)
Nimmt man Texten die Form, erkennt man das wahre Wesen des Autors.

Kommentar geändert am 12.05.2026 um 01:26 Uhr

 Aber antwortete darauf am 12.05.26 um 01:25:
Welche Form?

 Verlo schrieb daraufhin am 12.05.26 um 01:28:
Ein Text (Lyrik/Prosa) kann sehr schön geschrieben sein und trotzdem voller Haß, der sich jedoch hinter, unter der Form versteckt.

 niemand äußerte darauf am 12.05.26 um 09:55:
@ Verlo
Zum "versteckt sein" könnte man auch sagen, dass da vielleicht ein Leser etwas reingesteckt hat, was garnicht drin war, nur weil dessen Fantasie durchgegangen ist. Der Hass muss nicht vom Schreiber quasi versteckt worden sein, sondern kann aus dem Leser herausgeflossen sein. Nicht umsonst erfand man den Begriff "Interpretieren" und was lässt sich besser "interpretieren" als etwas was man "versteckt" glaubt erkannt zu haben?  LG niemand

 Verlo ergänzte dazu am 12.05.26 um 10:36:
Selbstverständlich, niemand.

 LotharAtzert (12.05.26, 10:24)
Form und Inhalt müssen also nicht zwingend 

zusammenpassen, 
Was ist Inhalt, wenn er nicht der Form entspricht?

In der Münchner Rhythmenlehre sprechen wir von der Anlage, die zur Gestalt (=viele Formen= Selbständigkeit) werden will, durch die Ereignisse, die uns das Schicksal jeweils serviert.
Das Nichtzusammenpassende entsteht durch zuviel Anpassung an die gesellschaftlichen Gegebenheiten, Laufbahnen etc.
Die An-Lage (Aszendent) ist immer der Standort oder Ausgangspunkt.
Fügt sich alles nach seiner Bestimmung, so wird die Gestalt eigenständig und vollkommen. was aber auf unserm Planeten höchst selten geschieht.

 Verlo meinte dazu am 12.05.26 um 10:46:
Lothar, man kann zB einen Mord und die dabei empfundene Freude so beschreiben, daß der Text (Lyrik/Prosa) höchsten Ansprüchen genügt.

Ergebnis: die Form ist ein Genuß, man kann nicht genug bekommen, der Inhalt ist eine Zumutung und schwer zu ertragen.

Für die meisten Leser wird Inhalt und Form nicht zusammenpassen.

Für wenige ist es das Meisterwerk, bei dem Inhalt und Form harmonisieren.

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 11:30:
Was ist Inhalt, wenn er nicht der Form entspricht? Vielleicht 'entfremdet'.

Aber davon bin ich gar nicht ausgegangen. Natürlich sind Inhalt und Form miteinander verknüpft, oder anders ausgedrückt: Sie sind miteinander verbunden.

Verbunden wie eine Schwangere, mit einem ihr völlig wesensfremdes Kind, das sie in sich trägt – die Mutter eine oder die Inkarnation des tugendhaften Philosophenkaisers Mark Aurel, das Kind dagegen eine oder die Inkarnation des leidenschaftlichen Hasshetzers Julius Streicher –, zugegeben, ein ungewöhnlicher Gedanke, mir fiel gerade kein anderer ein –, oder äußerlich ein schöner, ausdrucksstarker und redegewandter Mensch mit Charisma wie der Serienmörder Ted Bundy, doch innerlich zerrissen und seinen Trieben erlegen, Grausames zu tun.

Mein Beitrag zielte jedoch auf die inhaltslose Leere dieser Aussage. Sie ist eher einer Floskel oder Binsenweisheit zuzuordnen und bringt einen nicht weiter, wenn man über sie nachdenkt.

In einer Diskussion, ging ich davon aus, setzt sie keine guten Taten um, sondern wirkt nur philosophisch erkenntnisreich, was sie aber in Wirklichkeit gar nicht ist.

Erst durch die unterschiedlichen Weltanschauungen, die hier in den Kommentaren auf den Tisch gebracht wurden, scheint sie mir im Nachhinein doch noch für etwas nützlich zu sein.


Zumindest zu erkennen, wie sehr sich unsere Weltbilder voneinander unterscheiden.

 TassoTuwas (12.05.26, 10:38)
Schweigen kann man aus Klugheit, wie auch aus Dummheit.
Die Kunst ist das eine vom anderen zu unterscheiden.
   :D  !
LG TT

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 11:05:
Hui!!! Hut ab, das geht ja schon ins Konfuzianische!

Mersi und Liebe Grüße

Wastl

 Verlo meinte dazu am 12.05.26 um 13:15:
Kunst ist, dumm zu sein und klug zu erscheinen.

Das zu erkennen, ist Menschenkenntnis.

 DanceWith1Life (12.05.26, 12:40)
Lesen lernen, ist nicht nur Kenntnis von ABC.

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 12:51:
Lesen lernen. Ja, ein schöner aber auch gleichzeitig angstmachender Gedanke.

 DanceWith1Life meinte dazu am 12.05.26 um 13:16:
Lesen lernen als Angst einflößender Gedanke, und was ist schön daran fest zu stellen, dass man etwas noch nicht kann, also weder noch.

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 13:53:
'Wenn schon das Gesprochene einem zu schaffen macht, wie wird es dann erst mit dem Gelesenen sein?', wär dann der Gedanke.

 DanceWith1Life meinte dazu am 12.05.26 um 13:59:
Also meiner Meinung nach, ist das für einen großen Prozentsatz der aus künstlerischen Motiven heraus geschriebenen Bücher überhaupt kein Problem. Anders in der Diskussion in einem sogenannten Literaturforum, und um ein hundertfaches verzwickter wird es bei Glaubensfragen.

 EVdR (12.05.26, 13:35)
Literatur/Kunst

Geht es um Form oder Inhalt.
Ich dachte mal, weniger ist mehr. 
Den Texten, die ich hier veröffentliche, geht es um den Inhalt. 
Die Realität, Wahrheit, ist selten schön ...

 Wastl meinte dazu am 12.05.26 um 13:54:
Wenn Form und Inhalt Tango tanzen ...
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