LUST'GE REIMEREIEN RUND UM' GARTEN UND IN MANCHEM KOMMEN NUR DIE HARTEN

Sonett zum Thema Fantasie

von  harzgebirgler


Bzs5K9v8BFTDluPYwKtoAAAAASUVORK5CYII=


das schärfste sind an lustgärten die lüste
da war’n schon unsre ahnen voll drauf scharf
vor hecken stand oft venus, zeigte brüste,
was sie na klar in marmor auch gern darf

im lustgarten war mensch froh am lustwandeln
es wandelte die lust sich oft in frust
denn kaum fing an mit mädgen er zu bandeln
bedeckte das verschämt die dralle brust

der mann er wollte lust und liebte leuchter
nach fleisch stand ihm schier unentwegt der sinn
im lichte von solch lüstern ward sie feuchter

und schwupps war dann im nu was in ihr drin -
des scheich nefzawis garten war am duften
kein gärtner brauchte da mit spaten schuften...


**


jungfer else saß im garten
schlummernd unterm apfelbaum
träumte einen frühlingszarten
winterherben mädchentraum...
 
ach die burschen die sie liebten
die mißfiel’n den eltern sehr -
weil sie viel zu lange siebten
warb um sie bald keiner mehr
 
einen den sie selbst begehrte
nahm die freundin dann zum mann
was die freundschaft leicht erschwerte
wie man sich wohl vorstell’n kann...
 
jungfer else blieb alleine
wurde schrullig hochbetagt
kriegte wasser in die beine
und hat nie ihr los beklagt …


**


blüht erst flieder toll im garten
muss die maid nicht lange warten
bis der bursche funken sprüht
und ihr gleichfalls schön was blüht...


**


allein saß adam einst im garten eden
und hatte hin und wieder einen steh'n
doch konnte da mit keinem drüber reden
denn weit und breit war ja nur er zu seh'n

er frug sich also selbst: „was soll das werden
erst hängt's herab dann steht es plötzlich da?!“
fremd war'n ihm onanistische gebärden
der liebe gott der die misere sah

entschloß sich alsbald abhilfe zu schaffen
und schuf aus adams rippe als der schlief
ein weibsbild mit echt tollen brüsten, straffen -

schon hatte adams ständer ein motiv
das blieb den männern auch bis heut' erhalten
selbst wenn sie in ihr'sgleichen sich verknallten...


**


das tollste ist am gärtnern doch der garten
den tut der gärtner immer klasse warten
doch wärter brauchen klassen eher selten
bei denen sprecher ja seit je mehr gelten
die sprechen manchmal laut und manchmal leise
und mancher sprach kaum deutsch bei der einreise...


**



Ahnungsvoll vorm Feuerwerk
steht Herrn Schrebers Gartenzwerg
zwischen Rasen und Rabatte
auch Silvester auf der Matte -
dort hält er ganz eisern Wacht,
was ja keiner so gut macht.

Rotbemützt und weißbebartet,
weiß er schon, was ihn erwartet,
wenn um Punkte Mitternacht
um ihn rum manch Böller kracht
und ihm vor die Füße fliegt,
daß er fast ´ne Krise kriegt.

Sogar manche Leuchtraketen
landen zwischen Schrebers Beeten,
wo sein Gartenzwerg sich duckt
und beim Einschlag heimlich zuckt,
weil so´n Ding, erst mal gezündet,
ihn vielleicht echt “trefflich“ findet.

Mutig schimpft er Richtung Zaun:
“Sollte sich noch mal wer trau´n,
mich als Zielscheibe zu nutzen,
werd´ ich ihm die Flügel stutzen,
denn in Schrebers netten Garten,
komm´n, wie ich, eh nur die Harten!“

So ein Kracher haut den Kleinen
fast von seinen kurzen Beinen,
doch sein Corpus aus Zement
steckt das Böllerbombardement
locker weg auch dieses Jahr,
dessen Abgang “knallhart“ war...


*


bisweilen steigt ein gartenzwerg
von under- um auf scharlachberg
was er mit allerletzter kraft
gerade so noch eben schafft...


**



als ed jüngst schon im garten saß
mit ben und lecker bratwurst aß
nebst klar kross nackensteak vom schwein
bei allerschönstem sonnenschein

hätten echt beide nicht gedacht
dass grad der mai jetzt zicken macht
mehr trübe und arschkühl zugleich
statt wonne- wie auch sonnenreich

vermutlich kriegt er sich noch ein
zu pfingsten soll's ja herrlich sein
doch ist's vielleicht nur 'n zwischenspiel
und weiter geht's mit trüb und kühl...


**


als friedhelm einst im garten saß
und süsse rote kirschen aß
- für ihn bislang ein hochgenuß
wie man ja nun echt sagen muß -

biß er mit macht auf einen stein
prompt stellt’ sich bei ihm unmut ein
was im normalfall meist geschieht
wenn wer son kirschkern übersieht

dafür konnte die kirsche nichts
doch lief des unmuts angesichts
noch röter an als sie schon war
in friedhelms mund vor scham na klar

der kriegte davon nicht viel mit
weil sie sein schneidezahn zerschnitt
schnitt obst mit stein auch fürderhin
aß beer’n nur noch wo keiner drin...


**


als gretchen einst im garten saß
und süße saft’ge kirchen aß
sah das ein fescher bursch der kam
vorbei was ihr den atem nahm

denn dieser sprach „du selber bist
ne kirsche die man gerne ißt
viel lieber doch als die vom baum
kaum halte ich mich noch im zaum

zu kosten diese frucht sogleich!“
darauf ward gretchen kreidebleich
von wegen nein sie lud ihn ein
an ihrem tische gast zu sein

und beide labten wonniglich
dann aneinander denn auch sich
nach ausgiebigem liebesspiel
das selbst dem kirschenbaum gefiel...


**


Als Newton einst im Garten saß so unterm Apfelbaum
da löste sich ne Frucht vom Zweig doch dies bemerkt’ er kaum
Erst als sie seine "Birne" traf wurd’ dem Getroffnen klar
dass hier so wie im Weltall auch Schwerkraft am Werke war
 
Das Schwere zieht das Leichte an : Die Sache scheint geklärt -
doch Anziehung die findet statt meist gänzlich unbeschwert
Ein Neigen waltet insgesamt und ein Zusammen-Hang
darin sind Masse und Gewicht nicht so sehr von Belang
 
Auf Schönheit gründet Attraktion im eigentlichen Sinn
nur deshalb neigt sich Menschenherz seit je zum Schönen hin :
Der Aug-Apfel nimmt wahr sein Bild die Ohr-Muschel den Klang
dem Geist gereicht entquillt dem Mund oft hymnischer Gesang...


**



als witwe bolte lobesam
einst frohgemut in' garten kam
war sie die fassung am verlier’n
und fassungslos zum baum am stier’n
der im sommer weitaus grüner
denn dort hingen ihre hühner

leblos tot hals lang am strick
ach du gott welch missgeschick
eben noch schön korn am picken
mit gebrochenen genicken
konnt’ sie nunmehr nur noch braten
das sind strolchemissetaten...


**



"nicht selten wuchert unkraut dreist im garten"
sprach ed "und macht sich widerspenstig breit
da sollte man mit jäten nicht lang warten
bevor es seinen samen noch verstreut!"

"voll richtig" nickte ben mit kennermiene
"so unkraut ziert den garten wirklich nicht
es hat an ihm auch freude kaum ne biene
die zieht bei dem kram gleichfalls ein gesicht

denn fliegt natürlich voll auf leck’re blüten
und nicht auf wucherzeug ohn’ sinn und zweck
des ansiedlung soll man sogleich verhüten!"

"ich geh da sofort ran und schmeiß es weg"
bekräftigt ed der rosen ja sehr schätzte
und sich im sommer gern in’ garten setzte...

nFo0iux6Xf4XsfCZ+5ivwdwAAAAASUVORK5CYII=



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: