Der kleine Junge war tieftraurig. Seine Mutter hatte ihn einfach weggebracht. Weggegeben zu einer anderen und fremden Frau. Einfach so, ohne Vorwarnung. Die Tränen kullerten über sein Gesichtchen und er weinte bitterlich. Später schrie und brüllte er weiter und hörte nicht auf. Nachbarn machten sich Sorgen, dass das Kind vielleicht krank war oder gar misshandelt wurde. Seine Mutter gab ihn ungern weg, musste es aber tun, so schwer es ihr auch fiel. Auch ihr blutete das Herz. Sie folgte einem unguten Plan, der ihr von anderen aufgezwungen worden war. Vom Vater des Kindes, der sie vergewaltigt hatte mit Stealthing und ihrem eigenen Lebensplan zuwider lief, den sie für sich verfolgt hatte. Das I-Tüpfelchen war: Der Kindsvater konnte seine Karriere unbenommen und ungehindert weiterverfolgen, ohne größere Störfaktoren. Außer vielleicht ein wenig Unterhalt, der zu jener Zeit aber noch absolut überschaubar war. Der kleine Junge jedoch wusste von all dem noch überhaupt nichts. Er war nur traurig und weinte. Als seine Mutter ihn am späten Nachmittag abholte, drehte er einfach seinen Kopf zur Seite. Dann stillte sie ihn.
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