Der Regen

Gedicht zum Thema Sehnsucht

von  AnneSeltmann



ich komme
nicht an

 

ich falle

zwischen die stunden

zwischen die schultern
der bäume

 

der wind
kennt meinen namen nicht

 

und bleibt doch

an mir hängen

 

wie ein zweig
wie ein gedanke

 

ich trage

die kleinen wasser
der anderen

an den handgelenken

 

ein glitzern nur

kaum sichtbar

 

als hätten augen

etwas abgelegt
in der nacht

 

etwas

das zu schwer geworden war

 

manchmal

steht ein reh
im feld

und lauscht

 

als könnte es hören

wie die entfernung wächst

 

ich gehe weiter

durch gras

 

durch fensterlicht

durch das zögern
der menschen

 

und überall

wo sehnsucht
den mund öffnet

 

werde ich

für einen augenblick

sichtbar

 



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