ihr seid nicht einfach Kinder
ihr seid dieses plötzliche Licht
das durch halb offene Türen fällt
und selbst den staubigsten Tag
in Gold verwandelt.
Die beiden Enkelbuben
mit Taschen voller Kiesel, Fragen, Unfug,
mit Knien voller Himmel und Erde,
mit Stimmen, die durchs Haus springen
wie junge Hunde.
Und mittendrin sie —
mein einziges Enkelmädchen,
zart und wild zugleich,
mit Augen, in denen ganze Sommer wohnen,
mit Händen, die sammeln, streicheln, festhalten,
als könnte Liebe niemals verloren gehen.
Ihr kommt herein
und alles wird beweglich.
Die Luft.
Die Zeit.
Mein Herz sowieso.
Ich sehe euch an
und begreife,
dass Glück nichts Großes sein muss.
Es reicht,
wenn einer von euch „Oma!“ ruft
aus irgendeinem Zimmer heraus.
Dann steht die Welt
für einen Moment still
und atmet.
Mit euch.
Und manchmal,
wenn ihr längst wieder fort seid,
liegt noch etwas von euch im Raum:
ein Lachen auf dem Sofa,
ein Brotkrümel auf dem Tisch,
ein vergessenes Spielzeugtier.
Dann denke ich:
So fühlt sich Reichtum an.
Nicht in Dingen.
Nicht in Worten.
Sondern in euch drei kleinen Menschen,
die aus meinem Leben
einen wärmeren Ort machen